Von der richtigen Herzenshaltung bzgl. Geld und Reichtum


»Nun also, ihr Reichen, weint und heult über eure Plagen, die über euch kommen! Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen worden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird zum Zeugnis sein gegen euch und euer Fleisch fressen wie Feuer; ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen.« (Jakobus 5,1-3)

Die Gerechtigkeit Gottes ist eine praktisch und gesellschaftlich wirksame Gerechtigkeit. Gerechtigkeit bezieht sich dabei auf die verschiedensten gesellschaftlichen Ebenen von der Gerechtigkeit im Sinne der Justiz bis hin zur Chancengerechtigkeit und der finanziellen und materiellen Gerechtigkeit. Das Reich Gottes fand seinen Ausdruck in den Geboten, die Gott seinem Volk Israel gab, in denen nicht nur die spirituellen Aspekte, sondern auch der tägliche Umgang mit allen gesellschaftlichen Themen wie z. B. Reichtum und Armut eine große Rolle spielen. Manche Christen missverstanden in der Kirchengeschichte (so aber auch heute) die Tatsache, dass das Reich Christi nicht von dieser Welt ist. Sie dachten und denken, dass das Reich Gottes allein im Jenseits zu finden sei und sie sich deshalb den gesellschaftlichen Problemen gegenüber gleichgültig verhalten könnten. Sie finden z. B., dass Glaube und Politik nichts miteinander zu tun haben sollten.

Sowohl das Alte Testament (z. B. der Prophet Amos und viele andere) als auch das Neue Testament legen jedoch eindeutig Zeugnis dafür ab, dass wir Christen uns für die Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse einsetzen sollen und dass die Gemeindestruktur den Prototyp einer neuen Gesellschaft darstellen soll. Die Gemeinde ist dabei auch ein Spiegelbild der Gesellschaft und alle Schwierigkeiten und Brüche der Gesellschaft finden sich innerhalb der Gemeinde. So gibt es zum Beispiel in der Gemeinde Jesu Christi Arme und Reiche. Jakobus ermahnt die Reichen und warnt sie davor, sich all zu sehr auf den Reichtum zu verlassen und knüpft dort unmittelbar bei Jesus und seinem Gleichnis vom reichen Kornbauern an. So wie Jesus mahnt Jakobus die Reichen, dass der irdische Reichtum vergänglich ist, selbst Silber und Gold, die zu den stabilsten Anlageformen zählen.

Es soll nicht unser primäres Ziel sein, Schätze auf Erden zu sammeln, sondern im Himmel und ich denke, dass wir gerade an diesem Punkt reflektieren müssen, wie sehr wir uns eigentlich von dem Wesen dieser Welt anstecken lassen und dieselbe Mentalität und Motivation entwickeln. Gott hat nichts gegen Geld, Gold oder Silber an sich und ist noch nicht einmal grundsätzlich dagegen, dass wir viel davon besitzen. Gott hat jedoch etwas dagegen, dass unser Herz sich dabei überhebt, dass wir das Vermögen anstatt unsere Berufung in den Mittelpunkt unserer Betrachtung rücken und letztlich vor Mammon niederfallen. Geld, Gold und Silber können eine Gier in uns erwecken und verursachen, dass wir mehr nach Geld, Gold oder Silber trachten, als nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit.

Wir dürfen das Ziel verfolgen, ein gutes Einkommen zu haben oder durch gutes wirtschaftliches Verhalten und Planen ein Vermögen aufzubauen. Vergessen dürfen wir dabei jedoch nicht, wem all unser Vermögen wirklich gehört und vor allen Dingen, wem wir eigentlich gehören! Sind wir bereit, alles was wir haben und was wir sind in das Königreich Gottes zu investieren? Auf jedem Fall wollen wir uns nicht von den Versprechen und Nebeln dieser Welt vereinnahmen lassen. Wir wollen ans Licht des Herrn treten, alles aus seiner Hand empfangen und mit dem, was wir haben, Gutes tun und den himmlischen Vater preisen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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