»Ihr aber, Geliebte, gedenkt der von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus vorausgesagten Worte! Denn sie sagten euch, dass am Ende der Zeit Spötter sein werden, die nach ihren gottlosen Begierden wandeln.« (Judas 1,17-18)
Auch wenn dieses Bild hart oder für den ein oder anderen zynisch klingen mag, will ich weiterhin bei dem Versuch mit der Ratte bleiben und diesen als Bild für den heutigen Andachtstext verwenden. Man stelle sich eine Horde von Ratten vor, die sich ausgemergelt und sterbenskrank über eine andere Gruppe von Ratten im selben Käfig lustig machen und spotten, die im Gegensatz zu ihnen nicht das Heroin, sondern die Nahrung gewählt haben und gesund, munter und wohlgenährt sind. Die heroinsüchtigen Ratten können kaum noch laufen, sind nicht in der Lage, noch irgendeine sinnvolle Handlung zu unternehmen und erkennen den Ernst ihrer Lage nicht mehr, aber dennoch spotten sie über die anderen Ratten, weil sie den Lauf der Dinge nicht erkannt haben und sich nicht am rauschenden Fest beteiligen.
So befremdend und fragwürdig uns dies erscheint, genau so verhält es sich mit den Spöttern dieser Zeit, die in ihren gottlosen Begierden wandeln und dabei über gottesfürchtige Menschen und über Gott selbst spotten. Die Bibel selbst gibt uns sehr viele Hinweise darüber, dass es am Ende der Zeiten einen rasanten Anstieg der Gottlosigkeit, der Rebellion und des Spotts gegenüber Gott geben wird und dass Gott in der Trübsalszeit diese Gottlosigkeit richten wird. Wir leben inmitten eines ungläubigen und rebellischen Geschlechts, wie es der Apostel Paulus sagt und sind Zeugen der anwachsenden Lieb- und Gottlosigkeit. Dabei dürfen wir jedoch eines nicht vergessen: die Ratten, die sich für das Heroin entschieden, taten dies ab einem bestimmten Zeitpunkt, weil sie süchtig geworden sind und die Droge „die Macht über ihr Denken, Fühlen und Handeln übernommen hat.“
Dies gilt auch für die Sünder und Gottlosen. Paulus sagt, dass die Macht der Sünde und der Geist dieser Welt über die Gottlosen herrscht, das heißt, sie sind Sklaven der Sünde und des Fürsten dieser Welt geworden: „Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist’s denen verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.“ (2. Kor. 4,3-4) Sie sind verblendet und können das Licht des Evangeliums nicht sehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht voll verantwortlich für ihr Handeln wären, aber dennoch bedeutet es für uns, dass wir für diese Menschen beten und ihnen gegenüber das Evangelium verkünden sollen.
Wir stehen im Gebet für diese Menschen ein und gegen die Mächte, die sie binden und versklaven. Wir sind das Licht in der Finsternis und lehren die Menschen alles zu halten, was Christus befohlen hat. Gebet und Verkündigung sind mächtige Waffen gegen den Unterdrücker und auch wenn nicht alle gerettet werden, wollen wir doch danach streben, so viele wie möglich für Christus zu gewinnen. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Endzeit, Gebet, Gottlosigkeit
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