»… so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid …« (Philipper 2,2)
Förderung und Freude sind die Merkmale und Ziele einer christlichen Gemeinschaft schlechthin. Als Christen sind wir dazu berufen, anderen Christen beizustehen, ihre Gaben zu erkennen und sie in „Teamwork“ mit den anderen Christen für Jesus einsetzen zu können. „Teamwork“ im Leib Christi beruht auf einer gemeinsamen Gesinnung, eines Sinnes oder der Einmütigkeit auf der einen Seite sowie der Liebe auf der anderen Seite. Worin unterscheiden sich diese einzelnen Aspekte nun konkret? Das Wort Gesinnung und Sinn hat im griechischen Urtext einen Bezug zu dem Verstand. Eines Sinnes sein oder dieselbe Gesinnung zu haben, umfasst meines Erachtens eine kognitive, imaginative sowie eine Willensebene. Was meine ich damit?
Die kognitive Ebene ist leicht zu erklären. Sie meint ein Einvernehmen über eine bestimmte Meinung oder Lehre. Es geht dabei um eine Einheit im Denken im Sinne von: „Was halten wir gemeinsam für wahr?“ Mit der imaginativen Ebene meine ich das Einvernehmen über eine gemeinsame kognitive Vision, ein Bild von der Zukunft, das den gemeinsamen Weg weist. Die Willensebene umfasst letztlich den gemeinsamen Entschluss oder den gemeinsamen Willen, diesen gemeinsamen Weg auch zu gehen, die Erfüllung der gemeinsamen Vision anzustreben. Ich möchte die o. g. Aspekte (1. gemeinsame Lehre oder Meinung, 2. gemeinsame Vision der Zukunft sowie 3. gemeinsamer Entschluss, konkrete Schritte zu gehen) mit dem Bild des Kopfes oder mit dem Begriff der Sachebene zusammenfassen.
Die zweite Ebene, die Ebene der Liebe, beinhaltet hingegen nicht die Sachebene, sondern die Beziehungsebene. Die Liebe ist ein Einvernehmen der gegenseitigen, persönlichen Hingabe zueinander. Während die Vision unsere Hingabe an die Sache bindet, bindet die Liebe die Hingabe an die Personen. Es gibt also immer eine zweifache Dimension der Hingabe, die Hingabe an die Vision und die Hingabe an die beteiligten Personen. Diese Ebene umfasst natürlich auch unseren Verstand und unseren Willen, denn die Liebe ist immer auch ein verstandesmäßiges „Ja“ zum Nächsten, ist der erklärte Wille zur Hingabe. Diese Liebe darf und will auch unsere Emotionen bestimmen, denn diese gegenseitige Hingabe und vor allen Dingen die Hingabe Gottes zu uns, lässt uns Geborgenheit, Freude, Frieden etc. empfinden. Ich möchte diese Ebene mit dem Bild des Herzens oder mit dem Begriff der Beziehungsebene zusammenfassen (wobei auf die Überschneidungen bereits hingewiesen wurde).
In dem heutigen Andachtstext erhalten wir also Anhaltspunkte darauf, wie eine geistliche Gemeinschaft gelingen kann, die Freude hervorbringt. Diese geistliche Einheit ist eine Einheit der Meinung, der Vision und des Willens auf der einen, sowie der gegenseitigen Hingabe in Liebe auf der anderen Seite. Sind wir bereits Teil einer solchen Gemeinschaft? Erleben wir bereits die Herausforderungen, die es mit sich bringt, Teil einer solchen Gemeinschaft zu sein? Wenn ja, dann dürfen wir gewiss sein, dass wir auch die Freude daran erleben dürfen, welche in all den o. g. Aspekten ihre Erfüllung findet. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Freude, Gemeinschaft, Hingabe, Vision
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