Bürger des Königreiches


»So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.« (Epheser 2,19)

Im Zusammenhang mit dem Begriff fremd oder Fremdheit wird mir deutlich, dass es verschiedene Arten der Fremdheit gibt. Ein typisches Beispiel ist die Fremdheit aufgrund von unterschiedlicher Nationalität, ethnischer Abstammung oder anderer kultureller Besonderheiten. Gerade im Bezug zu anderen Völkern, Ländern und Sprachen sprechen wir von „fremd“, im Sinne des Andersartigen. Fremd muss einem jedoch nicht nur etwas aufgrund ethnischer und kultureller Unterschiede sein, fremd können einem auch bestimmte Denkweisen, emotionale Reaktionen oder Handlungen anderer Menschen sein.

Manchmal befremdet uns eine Aussage oder ein Verhalten eines Menschen, wir finden es fragwürdig, ungewöhnlich oder gar schlecht oder böse. Nicht selten verbinden wir mit „fremd“ mehr als nur die Unbekanntheit oder Andersartigkeit, „fremd“ stellt nicht selten eine negative Einschätzung des als „fremd“ Bezeichneten dar. In der Beziehung zwischen Menschen (aber nicht nur dort, sondern auch in der Physik, der Chemie) kann etwas wesensfremd sein, d. h. ein Mensch stimmt mit seinem Wesen und Charakter nicht mit dem Wesen eines anderen überein.

Ich glaube die Fremdheit, die Paulus hier in dem Andachtstext meint, ist das „Entfremdetsein“ des Menschen von Gott, also geht es um die Wesensfremdheit. Durch die Sünde sind wir, die wir eigentlich nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden und die Herrlichkeit Gottes teilen sollten, in unserem Wesen von Gott entfremdet worden. Gottes Wesen ist voller Liebe, Barmherzigkeit, Kraft, Freude, Frieden und Heil sowie Gerechtigkeit und Heiligkeit und da wo wir von Hass, Lieblosigkeit, Unreinheit usw. bestimmt sind, entfremden wir uns von Gott.

Wenn Paulus also davon spricht, dass wir nun Bürger des Königreiches geworden sind, dann meint er damit, dass wir nicht mehr dem Wesen der Welt entsprechen, sondern nun Gottes Wesen an uns und in uns tragen. Derjenige, der uns mehr und mehr in das Wesen Christi verwandelt, ist der Heilige Geist. Er ist das Siegel und das Unterpfand für unsere himmlische Staatsbürgerschaft, welche nicht eine regionale ist, sondern eine Staatsbürgerschaft des Wesens! Wir werden geheiligt, das heißt, dass alles was Gott wesensfremd ist, von uns abgeschnitten wird und das Wesen Christi in uns mehr und mehr Gestalt annimmt. Sind wir bereit, uns viel intensiver diesem Prozess zu stellen? Amen.


Autor: Dr. Robin J. Malloy

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