»… ebenso die alten Frauen in ihrer Haltung dem Heiligen angemessen, nicht verleumderisch, nicht Sklavinnen von vielem Wein, Lehrerinnen des Guten; damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig zu sein, den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde!« (Titus 2,3-5)
Die Gesundheit des Glaubens ist von guter Lehre abhängig, wobei die christliche Lehre nicht nur reine Theorie ist, sondern immer den konkreten Lebensweltbezug herstellt, d. h. sie ist eine Lehre, die praktisch umgesetzt werden soll. Die christliche Lehre ist lebens-schaffend und lebens-verändernd. Ein christlicher Lehrer oder Leiter ist deshalb weit davon entfernt, lediglich bestimmte theoretische Inhalte zu vermitteln. Vielmehr ist ein christlicher Lehrer oder Leiter mit einem Coach zu vergleichen, der den einzelnen Christen in ihren Veränderungsprozessen beisteht, zur rechten Zeit ermahnt und für die Bewältigung der verschiedenen Herausforderungen des Lebens zurüstet.
Im Gegensatz zum weltlichem Coaching, bei dem es die Regel gibt, nicht von einer objektiven Wahrheit auszugehen, die dem Einzelnen „aufgedrückt“ wird, sondern lediglich die selbstwirksamen Kräfte und selbstreferenziellen Anschauungen sollen gefördert werden, geht der christliche Glaube von einer objektiven Wahrheit aus, deren Anspruch und Geltung über die subjektiven Interpretationen hinausgeht. Auch diese objektive Wahrheit kann und soll niemandem aufgezwungen werden, aber dennoch ist es im Hinblick auf die christliche Lehre so, dass sie selbst den Anspruch der einzigen Wahrheit erhebt, der einzige Weg zu Gott zu sein. Diese Besonderheit basiert auf der Tatsache, dass die christliche Lehre identisch ist mit Jesus Christus, das Wort ist die Person Jesus und diese Person ist allein der Weg zum Vater.
In diesem Sinne unterscheidet sich christliches „Coaching“ von weltlichem Coaching, nicht der Mensch ist das Maß aller Dinge und der Referenzpunkt der Reflexion, sondern Gott und sein Wort sind das Maß aller Dinge und Referenzpunkt der Reflexion. Wenn es also um Veränderungsprozesse geht, gilt es im christlichen Sinne nicht, dem Menschen zur Selbstentfaltung im Sinne von Freisetzung der innenliegenden Potentiale, sondern zur „Christus-Entfaltung“, d. h. der Freisetzung der von Gott gegebenen Potentiale zu führen. Nicht das Wesen des Menschen ist der Referenzpunkt, sondern das Wesen Gottes. Aus diesem Grunde erscheinen die Ansprüche der christlichen Lehre zu hoch und so „anders“.
Paulus weist Titus darauf hin, wie sich die alten Frauen verhalten sollen: sie sollen in ihrer Haltung dem Heiligen angemessen sein (Heiligkeit entspricht allein Gottes Wesen, er ist unser Referenzpunkt, weshalb wir wie er heilig sein sollen), nicht verleumderisch und nicht ausschweifend oder dem Wein verfallen. Ältere Frauen sollen die jüngeren unterweisen, was dem Prinzip des transgenerationalen Transfers von Erfahrung und Wissen entspricht. Sie sollen ihre Männer und Kinder lieben, kein ungezügeltes Sexualleben führen, ihrem Haushalt gut vorstehen und gütig sein. Frauen sollen sich nach Paulus den Männern unterordnen, so wie sich die Gemeinde Christus unterordnet. Dies umschreibt ein vertrauensvolles Liebesverhältnis, denn der Mann soll die Frau geistlich nähren und fördern. Jeder Einzelne, ob alter Mann, alte Frau oder junger Mann und junge Frau, soll leben, wie es Gottes Wesen und seinem Wort entspricht. Das Wort Gottes ist Weisheit und Leben, es schafft schöpferische und bestärkende Beziehungen die Gott die Ehre geben. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Coach, Coaching, Frauen, geistlicher Leiter, Lehre, Wahrheit
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