Das Gesetz der Freiheit


»Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein.« (Jakobus 1,25)

Wenn wir das Wort Gottes lesen, blicken wir auf einen Spiegel der uns offenbart, wer wir in Christus sind, wie wir denken, fühlen und handeln können und werden, wenn wir in Christus und in seiner Liebe verwurzelt sind und wir im Geist wandeln. Der heutige Andachtstext räumt in erstaunlicher Weise mit falschem Denken gegenüber dem Wort Gottes als Buch voller Regeln und Satzungen, Geboten und Ermahnungen, die uns zeigen sollen, innerhalb welcher Grenzen wir uns bewegen sollen, auf. Wenn wir das Wort Gottes lesen, dann offenbaren sich uns darin nicht Regeln und Grenzen, sondern das Gesetz der Freiheit.

Das Neue Testament – und im Lichte des Neuen Testaments auch das Alte Testament – führt uns nicht vor Augen, was wir tun müssen, sondern wofür wir befreit worden sind, es zu tun! Solange wir bestimmte Passagen aus den Evangelien oder den Briefen lesen und wir das Empfinden haben, dass unsere Freiheit begrenzt wird, so ist dies ein gutes Indiz dafür, dass sich unser „alter Mensch“ angesprochen fühlt. Hieraus resultieren dann solche Aussagen wie: „Die Bibel sagt, ich muss…“ Wenn wir jedoch das Wort Gottes lesen und sagen: „Wunderbar, ich bin durch Jesus von der Macht der Sünde und des Todes befreit worden und mit dem Heiligen Geist erfüllt worden, um nun neu denken, fühlen und handeln zu können“, dann offenbart dies das Verständnis eines Gotteskindes. Ein Gotteskind muss nicht, es darf und kann(!) ein Leben führen, das Gott die Ehre gibt!

Das Evangelium ist eine Botschaft der Kraft und Macht, Jesus gibt allen, die an ihn glauben, die Macht, Gottes Kinder zu sein! Das Wort Gottes ist das vollkommene Gesetz der Freiheit, das uns befreit und schöpferisch derart neu gestaltet, dass wir nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes sein werden. Dies wird nach Jakobus dazu führen, dass solch ein Mensch in seinem Tun glückselig ist. Das Wort im Urtext für „glückselig“ heißt soviel wie „in Zeit und Ewigkeit zufrieden gestellt“. Ein Mensch der im Gesetz der Freiheit lebt, nicht im Gesetz der Sünde und des Todes, der ist frei von Anklage, frei von Angst und Scham, frei von den Bindungen der Sünde, frei, um das tun zu können, was Gottes Willen entspricht.

Wenn wir in den Spiegel des Wortes Gottes schauen, in das vollkommene Gesetz der Freiheit und glauben, dann werden wir erkennen und erleben, dass die Sünde keine Macht mehr über uns hat, dass Gottes Wesen in uns Gestalt annimmt, und dass wir die Werke hervorbringen werden, die bereits zuvor in uns angelegt worden sind. Wir dürfen am Gesetz der Freiheit erkennen und akzeptieren: in Christus sind wir frei, gerecht, heilig und können aus seiner Weisheit schöpfen, um dadurch in all unserem Tun glückselig zu sein! Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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