Das Prinzip der Unterordnung in der Ehe


»Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi, die Frauen den eigenen Männern als dem Herrn! Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Retter des Leibes.« (Epheser 5,21-23)

Die Verse 21ff des fünften Kapitels werden in der Lutherbibel als die “christliche Haustafel” bezeichnet. Paulus erläutert in diesen Versen das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Interessanterweise werden diese Verse häufig völlig losgelöst von den vorherigen Versen des Kapitels betrachtet, was meines Erachtens ein Fehler ist. In den vorherigen Versen geht es um ein Leben im Licht, d. h. um ein Leben in der Gegenwart Gottes. Paulus erläutert seinen Adressaten genau, wie wichtig es ist, sich selbst vor den Einflüssen des Bösen fernzuhalten und im Schutz der Gegenwart Gottes zu leben.

Die Verse 21ff sind meiner Meinung nach nicht losgelöst davon zu sehen, sondern vielmehr sind sie ein wichtiger Bestandteil dieser Ausführungen des Paulus über das Leben im Licht. Das gesamte Kapitel 5 beginnt mit den Worten: „Seid nun Nachahmer Gottes“, wobei wir uns daran erinnern sollten, dass Gott das Licht ist und dass in ihm keine Finsternis vorhanden ist. Das Wesen Gottes geht mit seiner Ordnung als dreifaltiger Gott einher und auch unser Wesen geht mit den von Gott gegebenen Ordnungen (so z. B. der Ehe) einher. Wir sollen uns an der Ordnung des dreifaltigen Gottes ein Beispiel nehmen.

Was meine ich mit der Ordnung des dreifaltigen Gottes? Das Neue Testament legt Zeugnis davon ab, dass sich Jesus dem Vater unterordnet, obwohl er selbst ebenso Gott ist. Genauso ordnet sich der Heilige Geist Jesus unter, obwohl er selbst ebenso Gott ist. Wenn wir genau betrachten, was mit der Unterordnung gemeint ist, so erkennen wir, dass der Heilige Geist alles tut, um Jesus zu verherrlichen und ihm zu dienen und ebenso Jesus alles tut, um den Vater zu verherrlichen und ihm zu dienen.

Die Ordnungen Gottes (auch die Unterordnung) bedeuten also keine Geringschätzung, Herabsetzung, Erniedrigung, Beherrschung oder Unterdrückung, sondern den anderen höher zu schätzen als sich selbst, dem anderen so zu vertrauen, dass Gottes Führung und Weisheit in dem anderen wirksam wird. Ebenso beinhaltet diese Ordnung im Umkehrschluss eine Fürsorge, Liebe, Führung und Schutz von Seiten des “Übergeordneten”. Jesus ordnete sich dem Vater unter und er wusste sich zu jeder Zeit vom Vater geliebt, versorgt und getragen.

Paulus erläutert uns zunächst, dass auch für uns dieses göttliche Prinzip der Unterordnung gilt, wie für den dreifaltigen Gott. Die Ehe als einer der wichtigsten Ausdrücke der göttlichen Einheit setzt dieses Prinzip der göttlichen Unterordnung (im Sinne der Hingabe und des Vertrauens sowie der Fürsorge und des Schutzes) weiter fort. So wie sich Jesus dem Vater unterordnet, ordnet sich der Mann Christus unter und letztlich die Frau dem Mann.

Wenn wir dies im Zusammenhang mit den vorherigen Versen betrachten, können wir den Sinn dieser Verse kontextual begreifen. Das Prinzip des vertrauensvollen Gehorsams, der Fürsorge und des Schutzes ist ein Leben im Licht und bewahrt vor den Einflüssen der Finsternis. Dadurch, dass sich Christus dem Vater unterordnete und seinen Willen an die erste Stelle setzte, konnte er den Versuchungen des Satans widerstehen. Ebenso soll die Frau von dem Mann vor den Einflüssen der Finsternis geschützt und ihr innerer Mensch liebevoll versorgt werden.

Christus gab sein Leben, um uns von den Mächten der Finsternis zu befreien und uns ein Leben in Fülle zu gewähren. Der Mann ist ebenfalls berufen, sein Leben zu geben, um die Frau vor den Mächten der Finsternis zu befreien und ihr ein Leben in Fülle zu gewähren. Dies ist die Umkehrung von dem Sündenfall, als Adam nicht zugegen war, um Eva vor den Einflüssen des Feindes zu schützen! Gerade hieran erkennen wir, welche inhaltliche Einheit im Kapitel 5 besteht. Auch die göttliche Ordnung der Ehe spielt eine wichtige Rolle in der Auseinandersetzung mit der Macht der Finsternis. Die göttliche Ordnung der Ehe bedeutet Schutz, Fürsorge und Wachstum des inneren Menschen; Licht anstatt Finsternis. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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