»Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung. Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir; und er betete inständig, dass es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor.« (Jakobus 5,16-18)
Wenn wir beten, berühren wir das Zepter des Herrn und üben Einfluss auf die Geschicke dieser Welt aus. Wir können dies tun, nicht weil wir so wunderbar sind, sondern weil Gott dies in seiner Gnade so bestimmt hat. Gott liebt uns so sehr, dass wir in seine Gegenwart treten dürfen und er sich von uns beeinflussen lässt. Gott ist ein souveräner Gott, aber er hat seine Freude daran, mit uns eine liebevolle Partnerschaft einzugehen. Unser Gott ist allwissend und allmächtig. Er schuf das Universum durch sein Wort. Gott sind alle Dinge möglich und wir begrenzte Menschen haben einen unmittelbaren Zugang zu diesem Gott durch das Gebet.
Unser Gebet bewirkt sehr viel, denn das Gebet setzt das Wirken der unmittelbaren Kraft und Macht Gottes frei. Wenn wir zu Gott beten, wendet er sein Angesicht uns zu und hört uns, so wie er die Israeliten in der Sklaverei in Ägypten gehört hat. Von einer Voraussetzung jedoch spricht der heutige Andachtstext für wirkliche Wirksamkeit des Gebets: wir müssen gerecht sein, denn das Gebet des Gerechten bewirkt viel! Was bedeutet es, ein Gerechter zu sein, dessen Gebet viel bewirkt? Paulus erläutert uns in seinem Brief an die Römer, dass wir allein durch den Glauben an Jesus Christus und durch die Gnade Gottes in Jesus Christus gerecht werden. Wir sind Gerechte, weil Christus unsere Gerechtigkeit ist und wir Christus angezogen haben.
Durch Jesus haben wir ebenso viel Vollmacht im Gebet wie Elia, der betete und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht mehr und als er wieder betete, gab der Himmel Regen und die Erde Frucht. Das Gebet des Elia wurde zu einer schöpferischen Kraft, die Leben hervorbrachte. Es war wie das ausgesendete Wort Gottes, das niemals leer zurückgeht, sondern zur rechten Zeit Frucht bringt. Der heutige Andachtstext gibt uns jedoch einen weiteren Aufschluss darüber, wie Elia betete: er betete inständig. Ich glaube, dass es auch für uns wichtig ist, dass wir inständig beten, damit Gottes Handeln seine volle Wirkung erzielt. Dabei meine ich nicht, dass das Gebet eine Leistung ist, durch die wir Gottes Wirken verdienen oder erzwingen, nach dem Motto, je mehr Gebet ich „leiste“, desto stärkeres Handeln habe ich verdient.
Nein, das Gebet ist viel weniger eine Leistung oder eine Tätigkeit als vielmehr gelebte Beziehung zu Gott. Inständig zu beten heißt, Gottes Angesicht inständig zu suchen und ihm nah zu sein. Gott inständig zu suchen, bedeutet, ihn mehr zu kennen, zu verstehen und nach seinem Willen zu fragen. Wir suchen den Geber und nicht primär die Gabe und aus seiner machtvollen Gegenwart heraus kann alles geschehen. Da, wo Gottes Gegenwart, sein Reich ist, gelten die Gesetze der Natur nicht mehr, alles muss sich seiner Gegenwart unterordnen. Wer in und aus Gottes Gegenwart lebt und die Dinge ausspricht, die Gott will, wird Wunder und Zeichen erleben, wird Zeuge der schöpferischen Lebenskraft Gottes werden. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Beten, Gebet, Vollmacht
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