»Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.« (Philipper 2,13)
In der heutigen Bibelstelle fällt uns der Schlüssel zu, der uns die Geheimnisse des Verhältnisses zwischen unserem Beitrag zum Heil und der Gnade Gottes eröffnet. Dieses Geheimnis beginnt mit dem Wort „denn“. Paulus ermahnt uns, das Heil mit Furcht und Zittern zu bewirken, das heißt, alles daran zu setzen, den Herrn zu fürchten, das Arge zu hassen und beständig nach einem Lebensstil der Hingabe und Heiligkeit zu streben. Nun erläutert Paulus uns, warum es uns überhaupt erst möglich ist, solches zu tun. Wir können die Macht der Sünde, alte Gewohnheiten, die Rebellion, den Stolz und den Ungehorsam deshalb überwinden, weil Gott in uns sowohl das Wollen dazu als auch das Wirken schafft.
Paulus ermahnt uns immer wieder, ein Leben zu führen, das Gott wohl gefällt und er offenbart uns das Geheimnis, wie dies gelingen kann. Es gelingt dadurch, dass wir annehmen und aktivieren, was Gott bereits in uns angelegt hat. Selbst die Sehnsucht nach solch einem gottgefälligen Leben, selbst der Wille, Gott zu gefallen und ihn zu lieben, ist ein Gnadengeschenk Gottes, wie uns der heutige Andachtstext unmissverständlich erklärt. Für mich erläutert dies das konkrete Zusammenwirken Gottes und des Menschen an seinem Heil. Der Mensch entscheidet sich für ein Leben nach Gottes Willen und seinen Maßstäben und er setzt alles daran, dass alles, was Gott nicht gefallen könnte, weggeräumt wird. Dabei nimmt er jedoch dankbar an, dass allein schon dieser Wille der Gnade Gottes entspringt und Gott sogar über diesen Willen hinaus alles Notwendige gibt, um den vollkommenen Sieg zu erringen! Gott bewirkt das Wollen und das Vollbringen!
Diese Wahrheit darf uns dazu führen, Gott in allen Dingen demütig darum zu bitten, unseren Willen nach seinem Sinne zu lenken und zu führen. Wir ordnen unseren Willen dem Willen Gottes unter und setzen unser ganzes Vertrauen darein, dass wir diesen Willen oder dieses von Gott gegebene Ziel erreichen werden, weil Gottes Eifer es bewirken wird! Worin liegt denn hierin genau unser Anteil? Unser Anteil besteht darin, dass wir uns nach dieser Gnade Gottes für unser Wollen und unser Wirken ausstrecken, sie dankbar annehmen und es zulassen, dass diese Gnade des göttlichen Wollens und Wirkens uns bestimmt. Die Gnade ist somit wie ein Potential, das in uns angelegt wurde, jedoch aktiviert werden darf. Es geht darum, dass Gott unsere Gedanken, unsere Vision, unseren Willen und unsere Emotionen, die uns die motivationale Antriebskraft vermitteln können, bestimmt, was er durch seinen Geist in uns tun möchte.
Wir dürfen uns heute ganz neu dieser revolutionären und enormen göttlichen Dimension und Kraft bewusst werden, dass Gott – so er denn die absolute Priorität in unserem Leben ist – uns beides gibt: den Willen und das Vermögen in dem Namen Jesu zu siegen über alle Sünde und alle Mächte der Finsternis. Wenn unser Wille durch die Gnade Gottes einmal auf den richtigen Kurs gesetzt wurde und wir bereit sind, an diesem Kurs festzuhalten, dann wird Gottes Macht uns zu diesem Ziel bringen, so schwer dies auch zu sein scheint. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Gnade, Heil, Vollbringen, Wille, Wirken, Wollen
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