»Ich habe ihn nun umso eiliger gesandt, damit ihr, wenn ihr ihn seht, wieder froh werdet und ich weniger betrübt sei. Nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche Brüder in Ehren! Denn um des Werkes Christi willen ist er dem Tod nahe gekommen und hat sein Leben gewagt, um den Mangel in eurem Dienst für mich auszugleichen.« (Philipper 2,28-30)
Paulus sendet Epaphroditus zu den Philippern, damit er ihnen als guter Mitarbeiter am Reich Gottes stellvertretend für Paulus dienen kann. Wie wir in dem gestrigen Andachtstext erfahren durften, sehnte sich Epaphroditus danach, zu den Philippern zu reisen, um sie zum einen zuzurüsten und zum anderen ihnen ihre Sorge über seine schwere Erkrankung zu nehmen. Die herzliche Liebe zwischen Epaphroditus und den Philippern wird auch in den heutigen Versen bezeugt, wenn es heißt, dass die Philipper wieder froh sein würden, wenn Epaphroditus bald zu ihnen käme.
Paulus weist die Philipper des Weiteren an, Epaphroditus mit Freude aufzunehmen und ihn in Ehren zu halten. Ich glaube, dass dies sehr wichtig für ein Gelingen wahrer geistlicher Gemeinschaft ist. Wir sollen einander in Freude aufnehmen und einander in Ehren halten. Paulus verweist in seinen Briefen auch wiederholt darauf hin, diejenigen in besonderer Ehre zu halten, die den Dienst am Wort Gottes verrichten. Es ist ein Zeichen der Dankbarkeit und der gegenseitigen Hingabe, wenn wir einander ehren und die besonderen Dienste Einzelner gebührlich würdigen. Zwar werden geistliche Werke nicht für das Lob von Menschen errichtet, sondern für Gott, dennoch ist es wichtig, den besonderen Dienst von Menschen nicht als selbstverständlich anzunehmen, sondern diesen Dienst stets mit Dankbarkeit und Wertschätzung aus Gottes Hand zu empfangen. Dabei geht es weniger um die Ehre des Dieners als vielmehr um die Ehre Gottes, durch den uns alle guten Gaben und Dienste zuteil werden.
Wer sich auf den Dienst am Königreich Gottes einlässt, wer das Reich Gottes an die erste Stelle seines Lebens setzt, der ist auch bereit, ggf. einen sehr hohen Preis hierfür zu bezahlen. Jesus bezahlte für uns mit seinem Leben und jeder, der diesem Meister dient, wird ebenfalls ein Opfer für das Königreich geben müssen, wird bereit sein müssen, bestimmte Sehnsüchte und Wünsche zum Wohle der Gemeinde Jesu Christi und des Evangeliums zurückzustellen. Wer Jesus nachfolgt, nimmt in gewisser Weise aber auch in ganz individueller Art und Weise sein Kreuz auf sich, was nichts anderes bedeutet, als bereit zu sein, die eigenen Interessen für die Interessen Gottes an das Kreuz zu schlagen.
Diesen besonderen Herausforderungen des Dienstes am Königreich begegnen wir gerade dadurch, dass wir einander in Freude und Ehrerbietung achten. Die geistliche Gemeinschaft der Gemeinde entschädigt uns für die Mühen des Dienstes und die Freude aneinander ist stärker als alle Herausforderungen, Mühen und Leiden, die der Dienst hervorbringen könnte. Epaphroditus war um des Werkes Christi Willen dem Tode nahe gekommen und hatte sein Leben gewagt, um den Mangel im Dienst der Philipper auszugleichen. Dies deutet darauf hin, dass seine schwere Erkrankung durch Umstände des Dienstes verursacht worden ist.
Der Preis des Dienstes war sehr hoch und Epaphroditus war bereit, ihn für das Werk zu zahlen. Dieser hohe Preis wurde kompensiert durch die dadurch entstandene tiefe Liebe, Herzlichkeit und Freude der Gemeinschaft mit den Philippern. Neben Paulus und Timotheus haben wir so in Epaphroditus das nächste große Beispiel eines Menschen, der bereit war, alles zu geben und dabei Großartiges zu erhalten. Sind auch wir bereit, das Eine zu geben und das Andere anzunehmen? Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Diener, Dienst, Ehre, geistliche Gemeinschaft, Wertschätzung
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