Der Glauben Christi


»Meine Brüder, habt den Glauben Jesu Christi, unseres Herrn der Herrlichkeit, ohne Ansehen der Person.« (Jakobus 2,1)

In der heutigen Andacht erfahren wir etwas für viele Leser Ungewöhnliches. Wir werden aufgefordert Glauben zu haben, nicht jedoch einfach nur Glauben, sondern konkret den Glauben Christi. Wenn wir an die Andachten aus dem Hebräerbrief denken, können wir uns daran erinnern, dass wir Glauben haben sollen wie Abraham, Moses, David, Daniel, Isaak oder Jakob. Wir können verstehen, wenn wir einen Glauben haben sollen wie die blutflüssige Frau, wie der römische Hauptmann oder wie irgendeine andere Person, aber was bedeutet es, den Glauben Jesu zu haben?

Meines Erachtens hat der Glaube Jesu mehrere Dimensionen. Zum einen meine ich, dass es dabei konkret um das vertrauensvolle Verhältnis geht, das Jesus zu seinem himmlischen Vater pflegte. Wir sollen ein bedingungsloses Vertrauen und einen bedingungslosen Gehorsam gegenüber unserem himmlischen Vater haben, wie Jesus ihn uns vorgelebt hat. Jesu Glauben führte dazu, dass Gott der Vater in der Lage war, machtvolle Werke durch Christus zu vollbringen, wie z. B. die Auferstehung von Toten. Bevor Jesus Lazarus auferweckte, betete er zum Vater und glaubte daran, dass die Auferstehungsmacht des Vaters durch ihn wirksam werden würde.

Ich denke, dass im Kontext des zweiten Kapitels des Jakobusbriefes der Glaube Jesu jedoch noch eine andere Dimension beinhaltet. Meines Erachtens glaubt Jesus auch an uns! Dieser ungewöhnliche Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, denn es geht hierbei darum, dass wir das Werk Christi sind und Christus daran glaubt, dass er das gute Werk, das er in uns begonnen hat, auch zu Ende führen wird. Jesus sieht nicht auf unsere Schwäche, sondern auf unseren Glauben und wenn sein Heiliger Geist in uns wirksam ist, dann glaubt er an uns, er setzt darauf, uns an sein herrliches Ziel zu führen. Jesus glaubt dabei an uns nicht nach menschlichen Kriterien, so wie wir es tun würden.

Wenn es darum geht, Menschen zu vertrauen oder an sie zu glauben machen es andere Menschen meistens von äußeren Merkmalen abhängig, so z. B. ob jemand wohlhabend oder gebildet wirkt. Jesus jedoch glaubt an uns ohne das Ansehen der Person und der äußerlichen Merkmale. Jesus glaubt an uns nicht, weil wir reich oder gebildet oder fleißig sind. Jesus glaubt an uns, weil er uns liebt und weil er selbst es ist, der uns an sein und unser Ziel bringen wird. Es ist der Eifer des Herrn Zebaoth, der es vollbringen wird. Wenn Jesus an uns glaubt, dürfen wir deshalb auch an unsere Geschwister im Herrn glauben. Wir dürfen glauben, dass Jesu Gnade groß ist und machtvoll an Menschen wirkt. Wir dürfen Glauben im Sinne von Mut und Zuversicht aneinander und füreinander haben, dass Gottes Gnade an uns, unabhängig von unserem menschlichen Status, triumphieren wird. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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