»Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.« (Jakobus 1,12)
Unser Gott ist ein Gott, der sich daran erfreut, diejenigen zu belohnen, die ihm treu und hingegeben dienen. Die Bibel legt vielfach Zeugnis dafür ab, dass Gott einen Lohn für unseren Glauben, bzw. unseren Glaubensgehorsam vorsieht und dieser Lohn wird unterschiedlich ausfallen, je nachdem, wie wir unser Leben auf der Grundlage der Erlösung Jesu Christi in der Kraft des Heiligen Geistes gestaltet haben. Dieser Gedanke bereitet manchen Christen Schwierigkeiten, weil sie den Lohn für unser geistliches Leben mit der Werkgerechtigkeit verbinden.
Werkgerechtigkeit bedeutet, sich die Erlösung durch gute Werke erwirken zu können, d. h. wir „verdienen uns den Himmel“, indem wir ein gutes Leben führen und Gottes Gebote befolgen. Im Galaterbrief weist Paulus die Lehre der Judaisten scharf zurück, die den Christen aufbürden wollten, die jüdischen Gesetze der Thora einhalten zu müssen, so auch im Römerbrief, der das eigentliche Manifest für die Gerechtigkeit durch den Glauben und gegen die Werkgerechtigkeit ist. Die Werkgerechtigkeit, d. h. der Versuch, sich die Erlösung durch gute Werke erringen zu können, ist das direkte Gegenteil vom Evangelium Jesu Christi und nicht erst seit Martin Luther wissen wir, dass wir uns die Rechtfertigung und Erlösung nicht durch gute Werke (also Werkgerechtigkeit) erwirken können.
Die Rechtfertigung vor Gott und die Erlösung kann nur durch die Gnade Gottes und den Glauben an Jesus Christus gewonnen werden, dies ist klar. Wir können sie uns nicht verdienen, denn Christus allein hat den Preis bezahlt. Für all diejenigen, die an Christus glauben, gibt es keine Verdammnis mehr. Dennoch gibt es für diejenigen, die an Jesus Christus glauben unterschiedlichen Lohn, je nachdem was wir auf der Grundlage der Erlösung hervorgebracht haben, um genauer zu sein: was wir von Gottes Handeln an uns durch seinen Heiligen Geist zugelassen haben. Letztlich gibt es gar kein Werk, für das wir uns rühmen könnten, denn alle Werke werden durch den Geist bewirkt. Dennoch belohnt Gott, wenn wir eben diesen Geist wirken lassen, wenn wir treu sind und in allen Dingen durch den Geist dem Herrn die Ehre geben wollen.
Es ist wie bei dem Gleichnis mit den Talenten: Gott gibt uns alles, was wir brauchen, um ein siegreiches Leben zu leben, für das wir belohnt werden. Wenn wir jedoch von den Gnadengaben keinen Nutzen ziehen und sie nicht in Anspruch nehmen, dann handeln wir wie derjenige, der seine Talente in der Erde vergrub und dafür von seinem Herrn starke Schelte erhielt. Uns stehen alle Reichtümer und Segnungen Christi zur Verfügung, die Frage ist, was wir damit machen! Zusammenfassend oder im Kern geht es um die Frage, ob wir Gott wirklich lieben und ob unser Leben ein Ausdruck der Liebe und Leidenschaft für Gott ist. Diese Liebe und Hingabe für Gott kann sich besonders dort erweisen, wo wir in Versuchung oder in Bedrängnis kommen.
Lieben wir Gott so sehr, dass wir im Glauben an seinen Verheißungen festhalten und selbst in Zeiten der besonderen Herausforderungen durch den Geist Früchte des Lebens hervorbringen? Wenn wir Gott lieben und am Glauben in Geduld und Ausdauer festhalten, werden wir uns bewähren und den Siegeskranz erringen, denn letztlich ist der Glauben(sgehorsam) der Sieg, der die Welt überwunden hat. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Erlösung, Heiliger Geist, Lohn, Rechtfertigung, Talente, Versuchung, Werkgerechtigkeit
© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
© Andachten: Living Church, Paderborn.











