Der Schild des Glaubens


»Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt!« (Epheser 6,16)

Nun kommen wir zum wichtigsten Teil der Waffenrüstung Gottes, dem Schild des Glaubens. Paulus ermahnt uns vor allen Dingen den Schild des Glaubens zu ergreifen, d. h. er ordnet dem Schild des Glaubens die höchste Priorität zu. Interessanterweise ist der Schild des Glaubens der einzige Bestandteil der Waffenrüstung, der von Paulus mit einer konkreten Beschreibung der Funktionsweise versehen wird: … mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt!“

Puritanische Theologen weisen dem Schild des Glaubens die so genannte „Präeminenz“ zu, das heißt, dass dem Schild des Glaubens Bedeutung vor allen anderen Gegenständen der Waffenrüstung Gottes zukommt und des Weiteren, dass der Schild des Glaubens auch alle anderen Gegenstände der Waffenrüstung Gottes in den Schutz mit einschließt. Der Schild war im Kampf die doppelte Sicherung, d. h. der Schild wurde noch vor die Rüstung gehalten und vermied damit, dass unmittelbar auf die am Körper sitzende Waffenrüstung eingewirkt wurde. Der Schild beschützt somit alle anderen Teile der Waffenrüstung mit.

Besonders gefährlich für die Krieger der Antike und des Mittelalters waren die Bogenschützen, denn diese waren Feinde, die „nicht zu greifen“ waren und darüber hinaus verheerenden Schaden in den Reihen ihrer Feinde anrichten konnten. Es gibt einige historische Schlachten, in denen eine zahlenmäßig weit unterlegene Armee aufgrund ihrer Bogenschützen gegen eine zahlenmäßig sehr überlegene Armee siegte (wie z. B. die Engländer vs. die Franzosen bei Azincourt). Brandpfeile können dabei ergänzend durch ihr Feuer immensen Schaden anrichten. Die einzige Chance(!), solch einen “Pfeilhagel” zu überleben, bestand darin, ein Schild mit zu führen!

Unser Glaube ist das Fundament und das Herz unseres geistlichen Lebens. Allein durch den Glauben werden wir gerechtfertigt und geheiligt, nur durch den Glauben ist es möglich, Gott zu gefallen, vor ihm und im Kampf zu überstehen (Hebräer 11). Das Zentrum des Glaubens ist dabei Christus und die Tatsache, dass er unsere Erlösung, unsere Gerechtigkeit, unsere Heiligung und unsere Weisheit ist. Durch den Glauben „ziehen wir Christus an“ und tragen das Wesen Christi an uns. Durch den Glauben beanspruchen wir den am Kreuz von Golgatha bereits errungenen Sieg und durch den Glauben können wir die Berge versetzen, die sich vor uns „auftürmen“ mögen.

Ich denke hierbei an Elisa, während er von Feinden in einer Stadt umzingelt und sein Diener voller Angst und Schrecken im Angesicht der Streitkräfte des Feindes war. Elisa betet, dass dem Diener die Augen geöffnet würden und plötzlich sieht dieser die himmlischen Heerscharen Gottes. Glauben oder aus dem Glauben zu leben bedeutet, mit den Augen des Herzens Gottes Macht und Stärke zu sehen und dieser Macht und Stärke zu vertrauen, sie für sich in Anspruch zu nehmen. Wir tragen alle Bestandteile der Waffenrüstung Gottes, wissen aber, dass zuletzt Christus allein den Sieg errungen hat und dieser Sieg jeden Tag neu in unserem Leben wirksam wird! Glauben ist die feste Gewissheit des vollkommenen Sieges in Jesus Christus! Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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