Der Schlüssel der Weisheit


»Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden.« (Jakobus 1,5)

Nun kommen wir zu einem tief greifenden Aspekt des Glaubens, den wir im Zeugnis der gesamten Bibel immer wieder so auffinden. In der letzten Andacht haben wir lesen können, dass wir dazu bestimmt sind, keinen Mangel an irgendetwas zu leiden und dass wir dies glauben müssen, damit es in unserem Leben Wirklichkeit wird. Wie jedoch begegnet Gott unserem Mangel genau? Auch und gerade hierbei bestehen sehr häufig starke Missverständnisse. Manche meinen, dass Gott einfach alles vom Himmel regnen ließe und uns alles quasi einfach so „in den Schoß fallen würde“.

Die heutige Bibelstelle jedoch gibt uns genauen Aufschluss darüber, wie Gott unserem Mangel durch unseren Glauben begegnet. Zuvor müssen wir uns jedoch noch einmal vor Augen führen, dass der Glauben nicht nur beinhaltet, eine Glaubensaussage für wahr zu halten, sondern der Glauben beinhaltet immer eine intensive Beziehung zum Heiligen Geist, so dass wir in der Lage sind, auf seine Impulse und Weisungen zu hören und sein Handeln an uns zuzulassen. Durch den Glauben wirkt der Heilige Geist in uns, genauer gesagt, bewirkt er ja auch bereits schon den Glauben.

Durch den Glauben wirkt der Geist in uns mit seinen Geistesgaben und genau dort liegt der Schlüssel für Gottes Handeln und seine Versorgung für uns. Gott will uns nicht zu handlungsunfähigen Konsumenten degradieren, sondern er will uns Hilfe zur Selbsthilfe geben. Gott will uns zu kreativen, schöpferischen und fleißigen Menschen mit Kopf und Hand machen und daher lässt er uns die Dinge nicht in den Schoß fallen, sondern er gibt uns Weisheit(!), die richtigen Entscheidungen zu treffen, richtig zu denken und richtig zu handeln!

Manche Christen bitten in Zeiten der finanziellen Not um finanzielle Versorgung, in Zeiten des Konfliktes, dass sich die andere Person ändert, in Zeiten des Hungers um Brot. Doch es gibt eine Bitte, die Gott besonders erfreut (wenn wir z. B. an Salomo denken): es ist die Bitte nach Weisheit! Weisheit ist die Kompetenz, Dinge so „in Angriff“ zu nehmen, dass sie

  1. nach Gottes Willen geschehen werden und
  2. Leben, Erfolg, Fülle und Segen hervorbringen werden.

Dies nicht nur für den Bittenden selbst, sondern auch noch für sein Umfeld. Gott freut es, wenn wir ihn um Weisheit bitten, denn diese Weisheit wird uns in die Lage versetzen, mit Gott Lösungen zu finden, Lösungen, die nicht nur das akute Problem lösen, sondern eine nachhaltige Lösung schaffen und dabei noch Segen, Kraft und Freude für die Gesellschaft und die noch kommenden Generationen(!) generieren! Wenn wir Gott um Weisheit bitten, wird er sie uns geben und diese Weisheit wird nicht nur der Not aufhelfen, sondern uns dabei noch charakterlich verändern.

Denn nicht selten liegt die Wurzel des Problems in uns und unserem Mangel an Weisheit (wenn wir beginnen wollen, ehrlich mit uns zu sein). Als Christen sind wir nicht berufen, uns nur um unsere Sorgen zu kümmern, sondern viel mehr Lösungen für unsere Gesellschaft anzubieten. Weisheit ermöglicht es uns „der Kopf zu sein und nicht der Schwanz“, Licht auf dem Berge zu sein und eine Quelle von Strömen des ewigen Lebens. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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