»Siehe, der von euch vorenthaltene Lohn der Arbeiter, die eure Felder geschnitten haben, schreit, und das Geschrei der Schnitter ist vor die Ohren des Herrn Zebaoth gekommen. Ihr habt auf der Erde in Üppigkeit gelebt und geschwelgt; ihr habt eure Herzen gemästet an einem Schlachttag. Ihr habt verurteilt, ihr habt getötet den Gerechten; er widersteht euch nicht.« (Jakobus 5,4-6)
Das fünfte Buch Mose lehrt uns, dass Reichtum aus Gottes Hand kommt. Es gibt jedoch noch einen Weg, Reichtümer anzuhäufen, einen Weg, der nicht von Gott entstammt, sondern entweder vom Teufel selbst oder aber von der menschlichen und sündhaften Natur hervorgerufen wird. Es geht um die Anhäufung von Reichtum durch Ausbeutung anderer Menschen. Viele große materielle Errungenschaften (z. B. im alten Ägypten, in Rom sowie die industrielle Revolution) sind auf dem Rücken von Menschen erreicht worden, die als Sklaven arbeiten mussten oder aber in sklavenähnlichen Zuständen lebten. Zur Zeit der industriellen Revolution z. B. profitierte die Industrie von der Armut auf dem Land und der Landflucht. Menschen (auch Kinder) mussten zu absolut menschenfeindlichen Bedingungen arbeiten und erhielten nur sehr wenig Lohn.
Noch heute werden überall in der Welt, auch in unserem Land, Menschen ausgebeutet und durch diese Ausbeutung häufen einige wenige immer mehr und mehr Geld und Reichtümer an. In manchen Ländern ist z. B. die Kinderarbeit noch selbstverständlich, bis hin zu Ländern, in denen Kindern entführt oder von armen Eltern verkauft werden, um sie in Bergwerken arbeiten zu lassen. Menschen werden mit falschen Versprechen aus den ehemaligen Ostblockländern und Asien in den Westen gelockt, um sie hier arbeiten zu lassen und ihnen dann den Lohn zu enthalten.
Noch immer entstehen Reichtümer durch die Ausbeutung von Menschen, wie es der heutige Andachtstext sagt und dies ist Gott ein Gräuel. Kinderarbeit, Menschenhandel, Zwangsprostitution und Arbeit zum Dumpinglohn aufgrund von sozialen Zwängen (um nur einiges zu nennen), sind in unserem Land überall verbreitet, auch wenn es der „Normalbürger“ nicht merkt oder nicht merken will. Ungerechtigkeit, Korruption, Vorteilsannahme, Bestechung, Schwarzarbeit und ungleiche Behandlung ebenfalls. Gott ist gegen all dies und diese Dinge legen Flüche auf das Land. Als Gemeinde Christi sollen wir die Stimme dagegen erheben und alles Verborgene ans Licht rufen. Wir beginnen dabei jedoch bei uns selbst und fragen uns, inwiefern wir selbst davon profitieren, dass andere Menschen ausgenutzt werden. Basiert unser Wohlstand, unser Reichtum, unser Vorteil etc. auf Gottes Segen oder darauf, dass andere Menschen Nachteile haben? Sind wir bereit, uns für Gottes Gerechtigkeit einzusetzen, uns selbst von dem Wesen dieser Welt rein zu halten und für unser Land zu beten?
Sind wir bereit, uns für diejenigen einzusetzen, deren Stimme nicht gehört wird und die unter Armut und Ausbeutung leiden? Jesus kam, um die Gefangenen zu befreien und den Armen die Liebe und den Reichtum Gottes zu bringen. Sind wir bereit, dieses Werk fortzusetzen? Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Armut, Ausbeutung, Gerechtigkeit, Reichtum
© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
© Andachten: Living Church, Paderborn.











