»Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist vergeblich.« (Jakobus 1,26)
Wenn wir das Wort Gottes lesen und dabei das Empfinden haben, dass es uns direkt, unvermittelt und unverblümt in unser Herz spricht, eine Sünde aufdeckt und uns zum Umdenken, Umfühlen und zu einem neuen Handeln anregt, dann können wir dankbar sein. Wir dürfen uns dann neu darüber bewusst werden, dass uns dieses ermahnende Wort nicht zeigt, wie wir sein müssen, sondern wie wir in Christus sein dürfen, sein können und im Glauben schon sind. Wann immer ich den Jakobusbrief lese, fühle ich mich in vielen Dingen unvermittelt angesprochen, so z. B. wenn es um den Gebrauch der Zunge geht.
Manchmal lassen wir es zu, dass unser Herz von falschen Dingen, Einsichten, Einflüssen oder von falschen Entscheidungen bestimmt wird. Anstatt in das Gesetz der Freiheit zu schauen und den Geist wirken zu lassen, akzeptieren wir, dass Angst, Mutlosigkeit, Scham, Wut, Zorn etc. unser Herz erfüllen. Dies ist häufig ein schleichender Prozess, unmerklich fast nimmt die Sünde, in welcher Form auch immer, Raum in unserem Herzen, bestimmt so unser Fühlen und Denken und damit auch, was wir aussprechen. Wir wissen, dass die gesprochenen Worte eine große Macht besitzen. Schon unabhängig von dem Glauben bewirken Worte von Menschen viel, sie nehmen unmittelbaren Einfluss auf das Denken und haben auf der geistlichen Ebene schöpferische Macht. Gott schuf die Welt durch sein Wort, aber auch das Böse beherrscht Menschen und ganze Nationen durch die Macht des gesprochenen Wortes.
Durch das Wort tritt die mentale Welt in die physikalische Welt ein, die geistliche in die natürlich- menschliche Welt. Gott sprach und es wurde, der Mensch spricht und es wird zum Segen oder zum Fluch. Wir können Göttliches und Gutes aussprechen oder Böses, Wahrheit oder Lüge. Gerade weil das Wort so machtvoll ist und durch das Wort das Innere nach Außen tritt, ist es so wichtig, dass wir unsere Zunge zügeln und auf unsere Worte achten. Die Worte offenbaren unser Herz und wenn unser Herz nicht richtig mit Gott „steht“, wird es nichts Segensreiches hervorbringen. Wenn wir also meinen, Gott zu dienen und dabei Böses, Fluchendes oder nichts Auferbauendes sprechen, offenbart dies, dass unser Herz nicht mit Gottes Gegenwart erfüllt ist.
Wenn wir diesen Zustand unseres Herzens dann einfach hinnehmen und weiterhin meinen, Gott in irgendeiner Form zu dienen, dann betrügen wir uns selbst und unser Gottesdienst wird vergeblich sein. Gott zu dienen bedeutet also, achtsam auf sein Reden, und dadurch letztlich achtsam auf sein Herz zu sein. Gott dienen können wir nur, wenn unser Herz von seiner Gegenwart und seiner Liebe bestimmt ist, nur seine Gegenwart in unserem Herzen kann es uns ermöglichen, ihm in unserem Denken, Fühlen, Reden und Handeln ein Wohlgefallen zu sein. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Herz, Reden, Wort
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