Die Ehe als Prüfstein und Schule der Liebe


»So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde.« (Epheser 5,28-30)

Jesus Christus liebt uns so sehr, dass er bereit war, seinen Leib für uns hinzugeben. Dies war der Beweis dafür, dass er seinen Leib nicht mehr liebte als uns, sondern wir ihm sogar noch wichtiger waren als sein irdischer Leib. Im heutigen Andachtstext werden wir als Männer aufgefordert, die Frauen zu lieben wie unseren eigenen Leib, d. h. mit anderen Worten, wir sollen unsere Frauen lieben wie uns selbst. Christus macht keinen Unterschied zwischen seinem Leib und uns, wir sind sein Leib, d. h. er identifiziert sich völlig mit jedem Einzelnen von uns und mit der Gemeinschaft der Gemeinde.

Ist uns wirklich bewusst, dass Mann und Frau in der Ehe wirklich eins geworden sind, das heißt, dass die beiden Ehepartner quasi ineinander eingegangen sind und nun zusammen den neuen Menschen in Christus darstellen? Ich glaube, dass es noch einige Zeit und Erkenntnis braucht, bis wir das Geheimnis der Ehe wirklich allumfassend erschlossen haben. Wenn wir an unseren Körper denken, haben wir eine „Selbstempfindung“. Spüren wir diese Selbstempfindung auch, wenn wir an unsere Frau denken? Die Frau wurde von Gott geschenkt, damit wir ganz werden und auch die Frau im Mann ganz wird.

Gott schenkte uns einander und wer den Ehepartner liebt, liebt sich selbst mit ihm, denn er ist ein Ausdruck dessen, was Gott in uns sieht und umgekehrt. Nähren und pflegen wir unseren Leib oder vernachlässigen wir ihn? Wenn wir unsere Frau vernachlässigen, ist es so, als ob wir unseren Leib vernachlässigen und damit schaden wir uns selbst. Wenn wir die Ehefrau nicht geistlich nähren, werden wir selbst Hunger leiden, schwach und wirkungslos werden. Christus identifiziert sich selbst ganz und gar mit der Gemeinde, daher pflegt und hütet er die Gemeinde mit all seiner Liebe und Macht. Sind wir bereit, dies ebenfalls für unsere Frau zu tun?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wesen Christi in uns ganz besonders in der Ehe zum Ausdruck kommt und gerade im Verhältnis zum Ehepartner erweist sich, wie ähnlich wir Christus wirklich sind. Der einzige Zweck und die Funktion der Ehe ist die Liebe und die aus der Liebe erwachsende Fruchtbarkeit. Gott ist die Liebe und somit ist die Ehe sowohl Prüfstein als auch die Schule der Liebe. Als Ehepaar gehören wir zum Leib Christi, sind gemeinsam ein Glied. Daher kommt der Ehe eine so wichtige Rolle in der Gemeinde zu. Gemeinsam sollen wir Gott dort dienen, damit dieses „Kraftwerk“ der Liebe von der Ehe in die Gemeinde und von dort in die Welt hineinwirken kann.

Wer eine Frau oder einen Mann hat, ist gesegnet von Gott und lebt nun in der Bestimmung, mit dem Ehepartner zusammen ein Segen zu sein. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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