Die Erkenntnis Christi


»Aber was auch immer mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten; ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne und in ihm gefunden werde (…)« (Philipper 3,7-9)

Ich glaube, dass es in unserer geistlichen Entwicklung verschiedene Reifestufen gibt, die wir erleben können und die uns – wie Paulus es an anderer Stelle sagt – von einer Herrlichkeit zur nächsten führen. Dreh- und Angelpunkt dieser Entwicklungsstufen ist immer die Person Jesus Christus und das Ziel jeder Entwicklungsstufe ist eine Intensivierung der Liebesbeziehung zu Jesus. Konkret können wir in der Erkenntnis Christi und dem Glauben an den Sohn Gottes wachsen. Wir erinnern uns daran, dass das Wort „Erkennen“ im Kontext des Alten Testamentes auch die intime geschlechtliche Beziehung zwischen Mann und Frau umschrieb.

Wenn es heißt, dass wir Christus erkennen, dann bedeute dies, dass wir in der Liebe und Hingabe zu ihm wachsen, wir immer mehr erkennen, wer und wie er wirklich ist. Die Qualität unserer Zeit mit Jesus steigt und unsere Sensibilität gegenüber seinem Reden und Wirken erhöht sich. Je intensiver unsere Beziehung zu Jesus wird, je mehr unsere Liebe zu ihm wächst, desto mehr verändert sich auch unsere Sichtweise für alle anderen Dinge, Situationen, Wünsche und Beziehungen. Je inniger die Beziehung zu Jesus ist, desto geringer werden meine Erwartungen an alles andere außer Jesus.

Als die drei Jünger mit Jesus auf dem Berge der Verklärung waren und sie Jesus in seiner Herrlichkeit sahen, wollten sie nirgends wo anders mehr hin. Sie wollten in der Gegenwart des verherrlichten Christus sesshaft werden. Im Licht der Herrlichkeit des Herrn wird alles andere fade und alles, was einst so attraktiv für uns war, verliert seinen scheinbaren Glanz. Im Gegenzug dazu werden wir von dieser Schönheit und Herrlichkeit Christi erfasst und werden selbst zum Licht. In dem Augenblick, in dem Paulus das Licht Christi erblickte und ihm gewahr wurde, dass Christus Gott selbst ist, war alles andere für ihn ein Verlust, gar ein Dreck.

Die Erkenntnis Christi ist für Paulus von unübertrefflicher Größe und er will unbedingt mehr von Jesus. Es ist das einzige Lebensziel des Paulus, diesen Christus zu gewinnen und in ihm befunden zu werden. Dies ist für mich deshalb so bedeutend, weil Paulus sich nicht mit dem begnügte, was er in der Beziehung zu Jesus bisher schon erfahren hatte. Er ruht sich nicht aus und nimmt seine Beziehung zu Christus nicht als selbstverständlich hin. Er ist noch immer von der Leidenschaft für Christus erfüllt, er sehnt sich nach der Beziehung zu Jesus, wie es Verliebte füreinander tun.

Ich denke, dass wir prüfen sollten, inwiefern wir unsere Beziehung zu Jesus als selbstverständlich betrachten und ob wir uns in einer Sicherheit wiegen, welche an Gleichgültigkeit grenzt. Die Beziehung zu Jesus ist dynamisch und wir müssen und dürfen sie pflegen. Es ist unsere Bestimmung, von einer Herrlichkeit zur anderen zu wachsen. Stillstand ist in dieser Hinsicht Rückschritt. Je lauer unsere Beziehung zu Jesus wird, umso mehr erhält der Dreck dieser Welt Attraktivität. Wir dürfen beten: „Herr Jesus, erwecke in mir neu die Leidenschaft und das Feuer der Liebe für Dich. Offenbare Dich mir ganz neu und führe mich in Deine Gegenwart. Nimm alles von mir, was Dich betrübt und was mich von Dir trennt. Ich will Dich sehen wie Du wirklich bist, Dich gewinnen und in Dir befunden werden.“ Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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