»Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung.« (Epheser 4,30)
Wir wissen, dass wir in allen Dingen von Gottes Gnade abhängig sind. Ohne Gottes Gnade ist es unmöglich Christus zu erkennen, an ihn zu glauben und zu einem neuen Leben wiedergeboren zu werden. Ohne die Gnade keine Erlösung, keine Rechtfertigung und keine Heiligung. Jesus selbst sagt, dass niemand zu ihm kommen kann, es sei denn, dass der Vater ihn ziehe. Das heißt mit anderen Worten, dass wir es nicht uns selbst zu verdanken haben, dass wir an Jesus glauben, sondern, dass wir es dem himmlischen Vater zu verdanken haben.
Unsere gesamte Nachfolge hängt von der Gnade Gottes ab, denn unser Glauben, unsere Geistesgaben und sogar unsere Früchte erwachsen aus dem Fundament der Gnade Gottes. Damit möchte ich an dieser Stelle meine Meinung darüber äußern, was die Gnade wirklich bedeutet und wie sie wirksam ist. Wir erinnern uns noch einmal daran, dass sowohl unser Wollen(!) also auch unser Wirken von Gott geschenkt ist. Gnade ist für mich zwar eine Wesenseigenschaft Gottes, aber nicht nur dies. Die Gnade – ganz genauso wie die Liebe – ist für mich Gott selbst, d. h. seine Gegenwart.
Die Gnade ist meines Erachtens mit der Gegenwart Gottes gleichzusetzen, d. h. Gottes Gnade wirkt unmittelbar immer dort, wo Gott gegenwärtig ist. Die Person Gottes, die für die „Vergegenwärtigung“ Gottes zuständig ist, ist der Heilige Geist. Gott der Vater und Gott der Sohn sind in uns und in der Gemeinde gegenwärtig mit dem Heiligen Geist. Wenn also die Gnade Gottes mit der Gegenwart Gottes gleichzusetzen ist, dann ist auch der Heilige Geist mit der Gnade gleichzusetzen. Wenn also Gottes Gnade an uns und in uns wirksam ist, dann ist es immer die Wirksamkeit des Heiligen Geistes.
Es war der Geist Gottes, der uns zu „Beginn“ unseres Glaubens überhaupt der Sünde, der Gerechtigkeit und des Gerichtes überführt hat. Er war es, durch den wir die Erlösung Christi angenommen haben und er war es, durch den wir von neuem geboren wurden. Er ist es, der unsere Persönlichkeit transformiert, er ist der Geist der Heiligkeit. Ohne ihn können wir weder glauben, noch beten, noch die Bibel lesen, noch Gottes Handeln erleben, weder hoffen noch lieben! Die Gnade und die Liebe Gottes wird also in dem Maße in uns wirksam, wie wir uns für das Wirken des Heiligen Geistes öffnen und ihn nicht betrüben.
Den Geist zu betrüben heißt diese makellose Quelle der Liebe, Gnade und Kraft mit anderen Einflüssen zu verunreinigen, der Lüge und der Finsternis Raum zu lassen um somit das Licht zu beeinträchtigen. Es ist also durchaus möglich, den Geist Gottes in uns zu dämpfen, indem wir uns mit finsteren Dingen, sündhaften, gar dämonischen Dingen beschäftigen. Wir suchen uns brüchige Zisternen und die Quelle lebendigen Wassers in uns wird zugeschüttet mit dem „Müll“ dieser Welt. Wir werden in das verwandelt, wessen wir uns aussetzen. Wenn wir uns dem Gift dieser Welt aussetzen, können der innere Mensch und seine Früchte(!) nicht wachsen, sondern werden verkümmern.
Paulus ermahnt uns eben deshalb, den Heiligen Geist nicht zu betrüben, mit dem wir für den Tag der Erlösung versiegelt worden sind. Alle Liebe und Gnade ist in uns durch den Heiligen Geist, die Frage ist nur, ob wir auf diese Gnade und Liebe zurückgreifen, aus ihr leben und uns von dieser Liebe und Gnade bestimmen lassen. Wir können stundenlang in der Dusche stehen ohne nass zu werden, wenn wir uns nicht unter den Wasserstrahl stellen. Wir sollen uns unter die Gnade und Liebe Gottes stellen!
Der Heilige Geist möchte uns führen, uns in eine intime Beziehung mit dem Vater und dem Sohn bringen. Dabei ist er sehr sensibel, denn er ist der Heilige(!) Geist. Wir brauchen seine Nähe und Führung wie die Luft zum Atmen, er transferiert die Wirklichkeit Gottes in unser Herz! Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Gande, Gegenwart Gottes, Heiliger Geist, Heiligkeit, Heiligung
© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
© Andachten: Living Church, Paderborn.











