»Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf …« (Titus 2,11-12)
In Jesus Christus ist uns die Gnade und die Wahrheit Gottes erschienen. Jesus Christus kam in diese Welt, um uns das Heil zu bringen. Gottes Gnade will alle Menschen umfassen und das Heil in Jesus Christus ist groß genug für die gesamte Menschheit. Durch Jesus Christus sind wir heil geworden und wir dürfen jeden Tag für die Gnade danken, die uns in Jesus Christus erwiesen worden ist. Es ist die Gnade Gottes, die uns das Heil gebracht hat und es ist die Gnade Gottes, die uns in diesem Heil erhält. Darüber hinaus ist es die Gnade Gottes, die uns unterweist oder erzieht. Das in dem heutigen Andachtstext verwendete griechische Wort für unterweisen lautet „paideuo“, was soviel heißt wie „erziehen, instruieren, disziplinieren, lehren oder unterweisen“.
Wir erkennen „paideuo“ in unserem Wort Pädagogik oder Pädagoge wieder. Die Gnade Gottes also ist es, die uns erzieht oder unterweist. Wohin gehend erzieht oder unterweist uns die Gnade Gottes wie ein Lehrer denn? Die Gnade Gottes erzieht uns dahingehend, dass wir
- die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und
- besonnen, gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf.
Die Gnade Gottes hat uns das Heil gebracht, aber es ist auch die Gnade Gottes, die uns erzieht, diszipliniert und – wie es an anderer Stelle heißt – züchtigt. Gott arbeitet an uns, er schneidet von uns alle unfruchtbaren und schlechten Reben ab, damit wir noch mehr Frucht bringen. Gottes Gnade ist es, die uns nicht nur erlöst, sondern auch heiligt und uns ganzheitlich verändert. Gottes Gnade hilft uns, dass wir alle Gottlosigkeit und weltliche Begierde ablegen können. Gottes Gnade verändert uns dahingehend, dass wir besonnen, gerecht und gottesfürchtig in diesen Zeiten leben können. Gottes Gnade hat uns das Heil durch Jesus Christus gebracht und nun wirkt die Gnade Gottes durch den heiligenden Dienst des Heiligen Geistes in unseren Herzen.
Der Geist deckt alle Sünden, alle Gottlosigkeit und alle weltlichen Begierden in unseren Herzen auf, er macht uns besonnen, gerecht und gottesfürchtig. Wir können dies alles nicht aus eigener Kraft erreichen, aber der Geist Gottes kann all dies in uns bewirken. Auch die Heiligung, Erziehung etc., die allein durch die Gnade Gottes an uns geschieht. Wenn wir also der Sünde, der Gottlosigkeit und bestimmter weltlicher Begierden überführt werden, und wir in der Lage sind, besonnen, gerecht und gottesfürchtig in diesen schlimmen Zeiten zu leben, dann verdanken wir dies einzig und allein der Gnade Gottes. Wir sollten nicht traurig sein, wenn wir von Gott erzogen, unterwiesen und diszipliniert werden, denn er ist der beste Pädagoge des Universums. Wir danken vielmehr für seinen Geist in uns und bitten Gott, uns jeden Tag mehr und mehr zu formen und uns Jesus ähnlicher zu machen, nicht durch unser Vermögen, sondern durch seinen Geist. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
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