Die Reflexion unserer gedanklichen Konzepte


»Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, das erwägt!« (Philipper 4,8)

Unsere Gedanken lassen sich in bestimmten Konzepten zusammenfassen, so z. B. das Selbstkonzept unserer Persönlichkeit. Was ist mit Selbstkonzept gemeint? Das Selbstkonzept umfasst u. a. die Wahrnehmung unserer selbst, die Prozesse der Willens- und Entscheidungsbildung, Gewohnheiten und andere Handlungsschemen, die Erinnerungen unseres Gedächtnisses sowie unser Bild von der Zukunft. Weitere Konzepte sind u. a. unser Weltbildkonzept, d. h. wie wir die Welt und alles in ihr verstehen sowie z. B. verschiedene Bewältigungskonzepte, die uns helfen sollen, mit schwierigen Situationen umgehen zu können.

Das Wort Konzept kommt von dem lateinischen Verb „concipere“, was soviel heißt wie „erfassen, auffassen“. Unsere gedanklichen Konzepte bestimmen also, wie wir Situationen auffassen und dies wiederum bestimmt unser Fühlen und Handeln maßgeblich. Diese gedanklichen Konzepte haben bestimmte Eckpunkte, d. h. bestimmte Werte (oder „Un-Werte“) oder Fixpunke, von denen aus alle anderen Gedanken entwickelt werden. Diese Werte liegen häufig in unserem Unbewussten, wir denken also bestimmte Dinge, entscheiden, reden und handeln, ohne uns zu jeder Zeit bewusst zu sein, welche Werte dieses Handeln bestimmen.

Der Heilige Geist hilft uns, diese Werte zu reflektieren und am Wort Gottes zu messen, denn es ist unser Ziel, dass diese Werte Gott entsprechen. Der heutige Andachtstext führt Werte auf, die die Fixpunkte unserer gedanklichen Konzepte sein sollen:

- Wahrheit (…alles, was wahr ist)
- Ehrbarkeit (…alles, was ehrbar ist)
- Gerechtigkeit (…alles, was gerecht ist)
- Reinheit (…alles, was rein ist)

Darüber hinaus stellt Paulus neben dem gedanklichen Konzept das Konzept der Kommunikation dar: sie soll liebenswert, wohllautend, tugendhaft und wertschätzend (Lob) sein. Ich denke, dass diese Fixpunkte ein wunderbares Sieb darstellen, durch das wir all unsere Gedanken und Worte „filtern“ können. Entspricht dieser Gedanke über mich, über einen anderen oder über eine Situation der Wahrheit Gottes? Bringt dieser Gedanke Gott die Ehre? Dient dieser Gedanke dem Königreich Gottes und ist dieser Gedanke ein Ausdruck des Strebens nach Gottes Gerechtigkeit? Ist dieser Gedanke rein? Genauso kann aufgrund der o. g. Aspekte mit unseren Worten umgegangen werden.

Diese Bewusstmachung, diese selbstkritische Reflexion unter Inanspruchnahme der o. g. Fixpunkte ist der erste Schritt der Veränderung, die letztlich das Ziel verfolgt, dass diese Konzepte durch den Heiligen Geist genauso in unser Unbewusstes eingebunden werden, wie es die sündhaften Konzepte waren. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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