Die Selbsterhebung als gemeinschaftszerstörende Sünde


»Redet nicht schlecht übereinander, Brüder! Wer über einen Bruder schlecht redet oder seinen Bruder richtet, redet schlecht über das Gesetz und richtet das Gesetz. Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. Einer ist Gesetzgeber und Richter, der zu retten und zu verderben vermag. Du aber, wer bist du, der du den Nächsten richtest?« (Jakobus 4,11-12)

Den Sieg über die Mächte der Finsternis außen und die Triebkräfte der Sünde innen können wir nicht alleine, sondern ausschließlich in der Gemeinschaft von Glaubenden erringen. Jesus Christus hat seine Jünger nicht allein und vereinzelt zurückgelassen, sondern er schuf starke und liebevolle Gemeinschaften, in deren Mitte er wirksam war und ist. Eine der Taktiken des Feindes ist es, diese Glaubensgemeinschaften zu zerstören, um so leichteres Spiel mit dem einzelnen Christen zu haben. Wie nun kann er wirkungsvoll diese Gemeinschaften schädigen?

Der Feind bedient sich dabei einer Waffe, die wir bereits intensiv in den vorangegangenen Kapiteln des Jakobusbriefes kennen gelernt haben: die Zunge. Unser Reden hat eine nicht zu leugnende menschliche und geistliche Macht, was wir reden kommt unmittelbar aus unserem Herzen und wenn wir aus dem Bösen in unserem Herzen sprechen, kann es verheerende Auswirkungen haben. Die Wurzeln sind dabei immer dieselben: Stolz, Unglauben, Misstrauen und Lieblosigkeit. Wenn diese Dinge unser Herz bestimmen, wird wiederum unser Reden auch von diesen Sünden bestimmt sein. Die Konsequenz daraus ist, dass wir schlecht übereinander reden und einander richten, anstatt zu lieben und aufzubauen.

Das Prinzip der gemeinschafts-zerstörenden Sünde ist immer die Selbsterhebung. Entweder versucht der Satan unseren Stolz dazu zu bringen, uns über Gott zu erheben oder er versucht uns dazu zu bewegen, uns über die Glaubensgeschwister zu erheben. Sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen erheben wir uns an die Stelle Gottes, werden ungehorsam gegenüber Gott oder zu Richtern über unseren Nächsten. Immer ist es die Kausalität: Falsche Herzenseinstellung – Versuchung des Teufels – Verhärtung der falschen Herzenseinstellung gegenüber Gott oder dem Nächsten (oder auch gegenüber sich selbst) – falsches Reden (und dann ggf. falsches Handeln), welches wiederum unseren Glauben aushöhlt.

Alles in allem müssen wir also dem Feind dadurch widerstehen, dass wir unser Herz beständig „monitoren“, ob Stolz gegenüber Gott oder dem Nächsten(!) uns zu falschen Annahmen, falschem Reden oder Handeln führt und dort umkehren. Wir brauchen Gott und einander. Was wir nicht brauchen, ist der Stolz und die Lieblosigkeit, die uns trennen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

Schlagworte: , , , , ,

© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten

© Andachten: Living Church, Paderborn.


Drucken Drucken Andacht per EMail versenden Andacht per EMail versenden