»Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, samt aller Bosheit.« (Epheser 4,31)
Jesus weist die Pharisäer und seine Jünger darauf hin, dass nicht Einflüsse von außen den Menschen unrein machen, sondern die Dinge, die von innen, aus der Tiefe des Herzens kommen. Selbstverständlich sollen wir uns nicht mit finsteren Dingen, sündhaften, unzüchtigen, unreinen und gottlosen Bildern, Texten und Filmen etc. belasten, denn sie haben einen sehr schlechten Einfluss auf unsere Seele und unseren Geist. Dennoch liegt die Ursache jeder Sünde – so z. B., dass wir uns diesen Dingen überhaupt aussetzen – in unserem Herzen begründet.
Welche Begierde ist es, die in uns eine Sehnsucht nach den sündhaften äußeren Dingen hervorruft? Welche Dynamik in unserem Herzen führt uns dazu, Gottes Geboten gegenüber ungehorsam zu sein? Wo genau knüpfen die Versuchungen jeder Art in unserem Herzen an, wenn wir ihnen unterliegen? Äußere Umstände können immer nur auf das zurückgreifen, was bisher in unserem Herzen angelegt ist, bzw. die Sünde, die noch immer Einfluss und Raum in unserem Herzen nimmt. Dies wusste Jesus zu genau und deshalb maß er den rituellen Waschungen etc., die auf eine äußerliche Reinheit Wert legen, einen geringen Stellenwert zu.
Manche Christen bemühen sich, ihre Verhaltensweisen zu verändern und formulieren gute Absichten, die erstaunlich schnell jedoch ad acta gelegt werden, weil es einfach nicht gelingen will, alte Verhaltensweisen abzulegen und sich neue eben mal „anzugewöhnen“. Nicht selten führt dies sogar zu einer schlimmen Form der Heuchelei, nach außen wird der Eindruck einer sittlich und moralischen Integrität und Freiheit von bestimmten Lüsten, Trieben und Begierden vorgespielt, während das Herz voll von diesen Dingen ist und unbemerkt durch diese Form der Leugnung immer stärker von diesen Dingen beeinflusst wird. Es gibt viele Beispiele von führenden Männern und Frauen im Leib Christi, die eine Reinheit vorgaukelten, sogar explizit bestimmte Sünden geißelten und dabei heimlich diesen Sünden stärker folgten, als diejenigen, denen sie sich gegenüber als Mahner verpflichtet fühlten.
Auffällig ist, dass legalistische Gemeinden – Gemeinschaften die einen besonderen Wert darauf legen, nach außen hin als „heilig“, rein und fromm zu erscheinen – durch die extreme Form der Verdrängung und Unterdrückung von Trieben und der Selbstgerechtigkeit besonders verwerfliche Beispiele der Heuchelei hervorbringen. Gemeinden in denen Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden, Gewalt und Missbrauch gegenüber Kindern häufig vorkommen und Drogenmissbrauch, Spiel- und Pornographiesucht im Geheimen wachsen.
Wer eine äußere Form der Frömmigkeit leben will, ohne die Korrumpiertheit des eigenen Herzens und die Macht der Sünde anzuerkennen, der wird sehr bald Schiffbruch erleiden. Der Weg Christi ist ein anderer. Christus offenbart uns die Wurzel der Sünde in unserem Herzen, so z. B. Stolz, Unglaube, Rebellion, Misstrauen gegenüber Gott, Eitelkeit, Selbstsucht etc. Er zeigt uns auf, welche Früchte diese Wurzeln in unseren Herzen hervorrufen und führt uns in wirkliche Buße, im Sinne einer Kapitulation vor Gott, und einer völligen Annahme seiner Gnade. Durch seinen Geist vermag es Christus dann, unser Herz von den sündhaften Gewohnheiten zu befreien und uns somit von innen heraus zu verändern.
Paulus weist uns in seinen Briefen ebenso wie Christus darauf hin, dass es Dinge gibt, die unser Herz bestimmen können und diese Dinge beeinflussen dann unser Denken, Reden und Handeln. Im heutigen Andachtstext ist so z. B. von Bitterkeit, Wut und Zorn die Rede und als Auswirkungen daraus Dinge wie Geschrei und Lästerung. Dies ist ein gutes Beispiel: manche mögen mit der Gewohnheit zu kämpfen haben, ständig über andere zu lästern und versuchen das Lästern zu unterlassen, ohne zu fragen, woher diese Gewohnheit kommt. Was ist die Ursache in meinem Herzen, schlecht über Arbeitskollegen etc. zu sprechen? Ist es vielleicht Bitterkeit, die mein Herz erfüllt, weil ich eine Enttäuschung erlebt habe?
Jesus will und kann sowohl die Ursache als auch die Folge der Sünde in unserem Herzen wegnehmen. Jesus starb am Kreuz von Golgatha, um dort all unsere Bosheit, die Bosheit unseres Herzens von uns zu nehmen und sie mit der Liebe des Vaters zu tauschen. Wir wollen die Reife besitzen, den dreifaltigen Gott an unserem Herzen handeln zu lassen und die Beschneidungen unseres Herzens hinzunehmen, die die Wurzel alles falschen Fühlens, Denkens, Redens und Handelns beseitigen kann. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Bitterkeit, Herz, Heuchelei, inwendig, Lästerei, neues Herz, Neuwerdung, Sünde, Verwandlung
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