»Dient mit Gutwilligkeit als dem Herrn und nicht den Menschen! Ihr wisst doch, dass jeder, der Gutes tut, dies vom Herrn empfangen wird, er sei Sklave oder Freier. Und ihr Herren, tut dasselbe ihnen gegenüber, und lasst das Drohen!, da ihr wisst, dass sowohl ihr als auch euer Herr in den Himmeln ist und dass es bei ihm kein Ansehen der Person gibt.« (Epheser 6,7-9)
Das Faszinierende bei Paulus ist, dass er – durch den Heiligen Geist inspiriert – alle Themen ganzheitlich betrachtet und scheinbar herausfordernde Thesen immer dadurch nachvollziehbar werden, dass er sie auf das Wesen Christi hin auflöst. Das Wesen Christi will sich in Beziehungen zwischen Menschen immer in einer Wechselwirkung erweisen, d. h. Paulus fordert von den Frauen nicht, sich den Männern unterzuordnen, ohne von den Männern zu fordern, diese zu lieben wie Christus die Gemeinde liebt.
Paulus fordert von den Kindern nicht, sich den Eltern unterzuordnen, ohne von diesen zu fordern, die Kinder nicht zum Zorn zu reizen und er fordert von den Sklaven nicht, sich den Herren unterzuordnen und ihren Dienst mit gutem Willen zu vollziehen, ohne von den Herren zu fordern, gegenüber den Sklaven ohne Drohen Gutes zu tun als dem Herrn. Genau hier, in der Manifestation des Wesens Christi in der Beziehung, kann die gesellschaftstransformierende Kraft des Evangeliums erkannt werden. Wenn der Sklave sich unterordnet, den Herrn liebt, segnet und bemüht ist, Gutes zu tun und der Herr gleichzeitig dasselbe tut, dann entsteht eine neue Form des Miteinanders und es gibt weder Sklave noch Herr, sondern nur einen Leib in Christus!
Die Transformation der Gesellschaft geschieht genau dort, wo Einzelne Jesus Christus als Herrn und Gott anerkennen, diese Einzelnen in Beziehung treten und Christus die Mitte und der Herr dieser Beziehung wird. Es gibt nur einen Gott und alle, die zu ihm gehören, werden geeint durch das Band des Geistes. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person und im Königreich Gottes gilt eine andere Gesellschaftsordnung: die der Kinder Gottes. Genau deshalb setzt das Evangelium auch beim Einzelnen an und versucht nicht die gesellschaftlichen Systeme quasi äußerlich zu verändern. Eine strukturelle, institutionelle, gesellschaftspolitische oder ökonomische Veränderung bringt nichts, wenn das Herz der Menschen gleich bleibt.
Durch die Veränderung des Herzens schafft der Herr die Sklaverei in jeglichem Sinne ab, die Beziehung zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, Sklave und Herr, Arbeitnehmer und Arbeitgeber etc. wird ebenfalls transformiert, erneuert und trägt nicht mehr die Merkmale der Welt, sondern die Merkmale des Reiches Gottes. Im Kleinen geschieht dann so, was eines Tages für alle gelten kann: Erneuerung, Befreiung, Heilung und Freiheit in Christus. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Gesellschaft, Herz, Leib Christi, Transformation, Wesen Christi
© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
© Andachten: Living Church, Paderborn.











