Die Transformation unserer Gedanken


»Ich habe mich aber im Herrn sehr gefreut, dass ihr endlich einmal wieder aufgeblüht seid, an mich zu denken, worauf ihr eigentlich auch bedacht wart, aber ihr hattet keine Gelegenheit. Nicht, dass ich es des Mangels wegen sage, denn ich habe gelernt, mich darin zu begnügen, worin ich bin.« (Philipper 4,10-11)

In den letzten Andachten ging es immer wieder um die Rolle der Gedanken. In diesem Zusammenhang bin ich auf ein Zitat des römischen Kaisers und Philosophen Marc Aurel gestoßen, das mir sehr gut gefällt: „Die Qualität deines Lebens hängt von der Qualität deiner Gedanken ab.“ Das müssen wir uns auf der Zunge zergehen lassen, auch auf die „Gefahr“ der Wiederholung hin: Die Qualität meines Lebens hängt von der Qualität meiner Gedanken ab!

An anderer Stelle ermahnt uns Paulus, unsere Gedanken unter den Gehorsam Jesu Christi gefangen zu nehmen. Wenn wir Christi Leben und Fülle wollen, müssen wir Christi Gedanken haben. Die Transformation der ganzen Persönlichkeit beginnt mit der Transformation der Gedanken. Nicht umsonst heißt das griechische Wort für unser Wort Buße „metanoia“, was so viel wie „Denkt um!“ bedeutet.

Sehr häufig werden unsere Gedanken von dem bestimmt, was unsere Sinne wahrnehmen. Wir wandeln dann im Schauen und nicht im Glauben, unsere Gedanken kreisen um die Lüge des Satans anstatt um die Wahrheit Gottes. Dieses negative und falsche Denken beraubt uns der Segnungen Gottes, weil unser Fühlen und Handeln sich an diesem falschen Denken ausrichten. Jetzt mag mir mit folgender Frage entgegnet werden: „Wie kann es mir gelingen, neu zu denken? Kann dies erlernt werden?“ Genau auf diese Frage gibt der heutige Andachtstext eine Antwort!

Paulus freut sich sehr, dass die Philipper wieder mal an ihn gedacht haben. Sie schienen im Vorfeld aufgrund von vielen anderen Herausforderungen nicht die Zeit gehabt zu haben, in Kontakt mit Paulus zu treten. Paulus war in einer schwierigen Situation und hätte aufgrund der erzwungenen „Kontaktpause“ traurig oder niedergeschlagen sein können. Ebenso, wie wir uns vielleicht manchmal einsam, unbeachtet oder mangelhaft wertgeschätzt fühlen könnten. Paulus jedoch erwähnt die „Kontaktpause“ nicht, weil er einen Mangel empfunden hat, obwohl er dies hätte empfinden können. Warum hat er keinen Mangel empfunden? Weil er nach eigenen Angaben gelernt hat, sich zu begnügen, in dem, woran er ist! D. h. Paulus hat gelernt, mit schwierigen Phasen so umzugehen, dass sie nicht in Selbstmitleid, Verzweiflung oder gar überhaupt zu einem Empfinden von Mangel führen!

Wie und von wem hat er dies gelernt (und bei dieser Frage greifen wir auf die letzte Andacht zurück)? Von seinem Vorbild Jesus und durch die Bevollmächtigung durch den Geist, die er von Jesus erhalten hat. Es ist also tatsächlich möglich, ein neues Denken zu lernen und damit in die Lage versetzt zu werden, selbst in Nöten nicht einen Mangel zu empfinden, sondern die Fülle Christi. Wenn wir in jeder Situation Christi Gedanken – angelehnt an das Wort Gottes – denken, dann wird sich unser Herz mit Frieden und Freude füllen. Ich glaube, dass diese „Kunst“, wie Paulus zu denken, unser Leben wirklich transformieren kann! Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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