»… und das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort!« (Epheser 6,17)
Bevor wir den letzten Bestandteil der Waffenrüstung Gottes erörtern, wollen wir uns an dieser Stelle noch einmal die übrigen Teile in Erinnerung rufen: Gürtel der Wahrheit, Panzer der Gerechtigkeit, Stiefel der Bereitschaft, für das Evangelium des Friedens einzutreten, Schild des Glaubens und Helm des Heils. Ich habe es mir persönlich angewöhnt, die Waffenrüstung Gottes jeden Morgen ganz bewusst betend für mich in Anspruch zu nehmen und mich mit ihr zu rüsten. Dabei ist es möglich, die einzelnen Bestandteile gedanklich zu fokussieren und sich dann darüber Gedanken zu machen, wie Christus diese einzelnen Bestandteile repräsentiert: Christus ist die Wahrheit, er ist unsere Gerechtigkeit, er ist das Zentrum des Evangeliums, er ist das Ziel unseres Glaubens, Christus ist unser Heil und er ist das lebendige Wort Gottes!
Neben einer weiteren Waffe, die wir in der morgigen Andacht erörtern werden (das Gebet), handelt es sich bei dem Schwert des Geistes um eine sehr offensive Waffe, die uns zur Verfügung steht. An anderer Stelle wird das Wort Gottes auch mit einem Hammer verglichen, der Felsen zerschlagen kann. Das Bild des Neuen Testaments ist aber das Schwert, genau genommen ein zweischneidiges Schwert, das zu allen Seiten scharf genug ist, um Mark und Bein, Seele und Geist, Sünde und Reinheit, voneinander zu trennen. Das Wort Gottes (Christus ist das Wort Gottes) ist die größte Macht des Universums, denn durch das Wort Gottes wurden das Universum und alles Leben darin erschaffen.
Das Wort Gottes kann Leben erschaffen und Leben nehmen, es kann aufbauen und einreißen, es kann heilen und erneuern, aber auch verderben. Das Wort Gottes kehrt niemals leer zurück, sondern erfüllt immer den Willen Gottes, zu tun, wozu es ausgesandt worden ist. Während durch die Lüge des Satans der Tod in die Welt kam, kommt durch das Wort der Wahrheit das Leben zu den Menschen. Das Wort Gottes ist unmittelbarer Ausdruck seiner Autorität und Macht, wenn Gott spricht, geschieht es. Christus nun, das lebendige Wort Gottes, hat sein Wort zu uns gesprochen und sein Wort ist das Fundament unseres Lebens. Mehr noch: das Wort Gottes wird auch durch uns wirksam, wenn wir es aussprechen!
Wir müssen dabei von Christus lernen, denn das Wort war seine mächtigste Waffe. Durch sein Wort nährte er den Geist der Menschen, durch sein Wort vollbrachte er Wunder und Zeichen, sein Wort war kreative Schöpferkraft (durch sein Wort vermehrte Jesus das Brot, verwandelte Wasser in Wein etc.), durch sein Wort heilte Jesus Menschen und trieb Dämonen aus, durch sein Wort wies er Menschen zurecht und richtete Menschen auf, durch das Wort sprach Jesus Vergebung der Sünden aus und durch sein Wort überwand Jesus den Satan. Besonders durch das Ereignis der Versuchung Jesu lernen wir, wie wir durch das Wort den Satan überwinden können.
Dabei müssen wir zunächst feststellen, dass auch der Satan das Wort Gottes kannte und es verwendete, um Jesus zu versuchen. Im Wort zu sein bedeutet also nicht allein „bibelfest“ zu sein, denn auch die Bibel wird und wurde mannigfach von Menschen missbraucht, ganze Lügensysteme wurden mit Bibelstellen begründet, wie z. B. die südafrikanische Apartheid, Sklaverei in den USA und viele, viele andere Gräuel. Ganze Kriege und menschliche Katastrophen erfolgten im Namen der Bibel und der Satan hat erfolgreich daran gewirkt, die Menschen in seine Taktik einzuführen, das Wort Gottes für ihre bösartigen Ziele zu missbrauchen.
Das Wort Gottes kann niemals losgelöst gesehen werden von Jesus Christus, dem lebendigen Wort und der persönlichen Nachfolge sowie dem Heiligen Geist. Nicht umsonst heißt das Wort Gottes auch Schwert des Geistes, das Wort und der Geist gehen Hand in Hand. Im Zusammenhang mit der Versuchung Jesu heißt es, dass der Geist ihn in die Wüste trieb, d. h.
- er war vom Heiligen Geist erfüllt und
- ließ sich von dem Heiligen Geist leiten.
Unter diesen Umständen war es ihm möglich, wirklich in dem Wort zu sein, aus dem Wort zu leben und mit dem Wort den Satan zu überwinden. Der Geist kann offenbaren, ob das Wort Gottes missbräuchlich oder satanisch verwendet wird, aus dem Fleisch, der Seele oder dem Geist.
Es gibt Christen, die sich für Bibelgelehrte halten und die Bibel gebrauchen wie ein Gesetzbuch, wie ein Regelwerk, das sie genau einhalten wollen und welches sie gerne anderen „um die Ohren hauen“. Sie kennen dabei in Wahrheit jedoch weder die Schriften noch die Kraft Gottes. Sie sind wie die Pharisäer und gebrauchen die Bibel aus einem stolzen, hochmütigen, lieblosen und selbstgerechtem Herzen. Sie meinen das Wort begriffen zu haben, ohne dabei jedoch von Christus ergriffen zu sein.
Ich muss dabei an Saulus denken, einen der größten Schriftgelehrten seiner Zeit. Er las jeden Tag in den Schriften, war dabei jedoch blind für Christus, bis dieser sich ihm offenbarte und seinen Stolz brach. Das Buch der Bibel können wir „gebrauchen“, Christus jedoch nicht. Er sieht unsere Herzen und weiß, wie wir es meinen. Wenn wir uns ihm gegenüber demütigen, den Auferstandenen von ganzem Herzen suchen, uns für das Wirken des Heiligen Geistes öffnen und uns von ihm leiten lassen, dann wird das Wort Gottes lebendig und mächtig. Nicht fleischlichen oder seelischen Christen wird das Wort zu einem Schwert des Geistes, sondern denen, die im Geist wandeln.
Wer im Geist wandelt, der nimmt die Autorität (gr.: „exousia“) und Kraft (gr.: „dynamis“) Christi in Anspruch und spricht das Wort Gottes im Glauben und im Geist aus, so dass es wie bei Christus Leben, Heilung, Erneuerung, Befreiung und Sieg hervorbringt. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Bibel, Heiliger Geist, Schwert des Geistes, Waffenrüstung, Wahrheit, Wort
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