Die Waffenrüstung Gottes ergreifen


»Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt!« (Epheser 6,13)

Wir befinden uns im Krieg gegen die Mächte der Finsternis, gegen den Satan und seine Schergen. Dieser Krieg ist jedoch schon entschieden, denn Jesus Christus hat den Satan am Kreuz von Golgatha besiegt. Wir müssen uns nur einer Tatsache bewusst sein: zwar ist der Krieg bereits entschieden und der Satan hat den Todesstoß erhalten, dennoch lebt er noch und er wird versuchen, bis zu seinem letzten Atemzug so viel Schaden anzurichten wie möglich, so viele Menschen in die Hölle zu führen wie möglich und so viele Christen zu verderben wie möglich.

Stellen wir uns vor, ein Soldat sei in der Schlacht, die seine Partei soeben für sich entschieden hat, denn der Feind hat keine Aussichten mehr, das Blatt zu wenden. Sobald er dies hört, begibt er sich aus seiner schützenden Position hinter den Zinnen der Mauer und legt seine Rüstung ab. Der Feind, zwar auf dem Rückzug, aber teilweise immer noch vor den Mauern befindlich, sieht dies und befiehlt seinen Bogenschützen auf den Soldaten zu schießen und dieser wird tödlich getroffen, obwohl die Schlacht eigentlich entschieden war. Trotz des siegreichen Ausgangs der Schlacht, war der Soldat leichtfertig, er hat seine schützende Position verlassen und seine Rüstung abgelegt, obwohl der Feind noch in Sichtweite war. Eine Kriegsweisheit besagt, dass es keinen gefährlicheren Feind als einen besiegten Feind gibt.

Die antike Kriegsführung lehrt uns, dass gerade Feinde auf dem Rückzug noch sehr viel Schaden anrichten konnten und selbst die moderne Kriegsführung bestätigt dies, wenn wir z. B. an den ersten Golfkrieg denken, in denen die irakischen Soldaten noch auf dem Rückzug Ölfelder anzündeten, Städte zerstörten und Menschen gefangen nahmen. Aus gerade diesem Grund können wir uns zwar über den Sieg Christi freuen und die Mächte der Finsternis beständig an diesen Sieg „erinnern“, dürfen aber dennoch nicht leichtfertig sein. Wir müssen jeden Tag die Waffenrüstung Gottes ergreifen, ja ergreifen!

Wer meint, dass sie uns eben einfach so anliegt, der irrt. Wir müssen uns immer wieder der Gnadengaben bewusst werden(!) und diese bewusst in Anspruch nehmen. Wir müssen unsere Rüstung pflegen und fehlende bzw. zerstörte Teile austauschen.

Wir sollen die Waffenrüstung ergreifen, und zwar die Waffenrüstung Gottes! Wir sollen uns keine eigene Rüstung, geformt aus ein wenig Religiosität, ein wenig Esoterik, ein wenig Aberglauben, ein wenig frommen Schein etc. bauen, die Rüstung soll nicht aus unserem menschlichen Bemühen bestehen, sondern sie ist eine Rüstung von Gott, eine Rüstung des Geistes! Wir brauchen jedes Element der Waffenrüstung Gottes jeden Tag, denn – so Paulus – diese Zeit ist eine böse Zeit. Die Rüstung hilft uns, dem Satan und seinen Schergen zu widerstehen und das einmal gewonnene Land nicht wieder zu verlieren.

Sehr viele Christen gehen in ihrem geistlichen Leben ein Schritt vor und zwei Schritte zurück, ganz einfach, weil sie nicht achtsam sind und den jeweils nächsten Lernschritt nicht vollziehen, die Segnungen annehmen wollen, ohne jedoch gehorsam zu sein. Sie verlieren ihre Sensibilität gegenüber dem Wirken des Geistes, werden blind für die Machenschaften des Feindes und bekommen eine Haltung der Lauheit und der falschen Sicherheit.

Dies macht sie zu leichten Opfern. Wer jedoch in einer permanenten Haltung der Achtsamkeit, der Bereitschaft, der Hingabe und Leidenschaft lebt, wer seine Rüstung jeden Tag ergreift, sie pflegt und seine Stellung in Christus nicht verlässt, bis er wiederkehrt, wer mit der ihm zugeteilten Vollmacht betet und das Wort Gottes verkündet, wird in den Reihen der Finsternis Angst und Schrecken verbreiten und den Lohn erhalten:

„Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.“ (Offenbarung 2,10)


Autor: Robin J. Malloy

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