»… und ich tue das Gebet mit Freuden.« (Philipper 1,4)
Unser Gott ist ein guter Gott! Er beschenkt uns mit großartigen Dingen wie seiner Gnade, seinem Frieden, seiner Liebe und seiner Freude. Über Jahrhunderte wurde das Christentum – beeinflusst von bestimmten griechischen Philosophien – davon beherrscht, sich den Freuden dieser Welt zu enthalten. Diese Entwicklung nahm bisweilen solch groteske Züge an, dass das Gottesbild in weiten Teilen der Bevölkerung fast ausschließlich in einem zürnenden, strafenden und freudlosen Gott bestand und nicht selten immer noch daraus besteht. Gott, die Bibel und der Glaube werden mit Geboten und Verboten in Verbindung gebracht, welche dazu dienen sollen, den Menschen alle Freuden zu nehmen.
Fakt ist jedoch, dass die Bibel uns Gott als Quelle der Freude offenbart. Gott hat den Menschen mit dem Ziel geschaffen, Freude in der Gegenwart Gottes zu erleben. Gott erdachte sich das Paradies als einen Lebensraum der Freude, es war die Entscheidung des Menschen, nicht die Entscheidung Gottes, diesen Lebensraum der reinen Freude gegen die Herrschaft der Sünde und damit der Trauer einzutauschen. Die Freude ist im biblischen Sinne an die Gegenwart Gottes gekoppelt, denn Gott ist die Quelle des Lebens und der Fülle, durch die die Freude hervorgerufen wird. Freude und die Gegenwart und Nähe Gottes gehören unmittelbar zusammen. Gottes Gegenwart wiederum ist immer bestimmt von seiner Reinheit und Heiligkeit. Gerade hierin unterscheidet sich die wahre Freude von der sündhaften Freude.
Die Freude Gottes ist eine reine Freude, welche sich nicht an dem Bösen, sondern immer an dem Guten erfreut. Der Mensch in seinem gefallenen Zustand sucht nach einem Ersatz für die verlorene Freude Gottes und findet sie in dem Bösen. Doch diese Freude ist oberflächlich und basiert letztlich immer auf irgendeinem Schmerz. Die Freude des einen ist der Schmerz des anderen. Es ist – ethisch gesprochen – immer eine Freude auf Kosten eines Opfers im weitesten Sinne. Die wahre Freude schöpft jedoch nicht aus der Schwachheit des Menschen und seiner Niedrigkeit, sondern ausschließlich aus der Liebe und Zuwendung Gottes zum Menschen.
Hier verbindet sich die heutige Andacht mit der gestrigen. Danksagung und Freude gehören zusammen. Danksagung beruht darauf und führt dazu, Menschen und Situationen mit Gottes Augen zu sehen. Sobald wir die Dinge aus Gottes Blickwinkel betrachten, sobald unser beständiger Dreh- und Angelpunkt die Gegenwart Gottes ist, werden wir von wahrer Freude erfüllt. Menschen – auch in humorvoller Weise – schlecht zu reden, führt zu einem Lacher, aber nicht zu wirklicher Freude. Zu sehen, wie Menschen ihr gottgegebenes Potential erreichen und selbst ein erfüllteres Leben erfahren, führt zu tiefer und nachhaltiger Freude.
Gebet führt uns in die Gegenwart Gottes, Danksagung verändert unser Herz und ermöglicht eine neue Dimension von Gemeinschaft. Die Nähe zu Gott und die von Danksagung bestimmte Beziehung zu Menschen erfüllt uns mit reiner und nachhaltiger Freude! Eine Freude, die mit Erniedrigung, Demütigung und dem Lächerlichmachen von Menschen nichts zu tun hat. Sie ist keine zerstörerische, sondern eine schöpferische Freude! Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Dank, Freude, Gebet, Schmerz
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