»Denn wenn in eure Synagoge ein Mann kommt mit goldenem Ring, in prächtigem Gewand, es kommt aber auch ein Armer in unsauberem Gewand herein, ihr seht aber auf den, der das prächtige Gewand trägt, und sprecht: Setze du dich bequem hierher!, und sprecht zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich unten an meinen Fußschemel! – habt ihr nicht unter euch selbst einen Unterschied gemacht und seid Richter mit bösen Gedanken geworden?« (Jakobus 2,2-4)
Durch den Glauben an den Sohn Gottes sind wir zu Kindern Gottes und Bürgern des Himmelreichs geworden. Wir haben freien Zugang zum Haus des Vaters und sind Teil der heiligen Gemeinde Gottes. In Christus haben wir eine neue Identität, die unseren ganzen Menschen bestimmt. Diese neue Identität bestimmt, wer wir sind, was wir tun und was wir haben. Wir sind durch Jesus Christus gesegnet mit allem Segen der Himmelswelt und die Reichtümer Gottes stehen uns allen zur Verfügung. Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi geworden, in Christus sind wir ein königliches Priestertum.
Als Kinder Gottes unterliegen wir nicht mehr den Beurteilungs- und Bewertungskriterien dieser Welt, denn allein Gott beurteilt und bewertet uns und wir sind wertvoll in seinen Augen. Die besondere Glaubensherausforderung liegt darin, sich selbst und auch den Nächsten mit den Augen Gottes zu sehen, einander so zu sehen, wie Gott uns durch Jesus Christus sieht. Die Versammlung der Gemeinde ist ein Ort, an dem die königlichen Priester zusammenkommen und dort begegnen sich neue Kreaturen in Christus. Wenn wir einander begegnen, sollen wir dabei lernen, einander mit den Augen Gottes zu sehen, mit dem geistlichen Auge und nicht nach den Maßstäben dieser Welt. Für uns Christen gilt: wir sind nicht das, was „augenscheinlich“ ist, sondern wir sind immer das, wozu Christus uns gemacht hat.
Jakobus spricht vom Beispiel Armut oder Reichtum, von prächtigen Kleidern oder schmutzigen Gewändern. Wenn wir Glaubensgeschwister nicht mit geistlichen Augen, mit den Augen des Glaubens, sehen, sondern sie nach menschlichen Kriterien beurteilen, haben wir aus Gottes Sicht böse Gedanken und machen Unterscheidungen, die Gott nicht trifft. Wichtig ist es, übereinander zu wachen und festzustellen, wo es Angriffspunkte im Leben des Bruders oder der Schwester geben könnte, die er oder sie selbst nicht bemerkt oder wo er oder sie sich selbst nicht schützen kann. Wie wir wissen, ist der einzige wirkliche Schutz im Schild des Glaubens zu finden, so dass hier die Verbindung zur letzten Andacht besteht:
Wir sollen einander mit den Augen des Glaubens sehen und einander helfen, sich selbst auch mit den Augen des Glaubens zu sehen. Es ist allein der Schild des Glaubens, der uns effektiv vor den feurigen Pfeilen und den Lügen des Satans schützen kann. Wir müssen beginnen, uns selbst im Glauben zu sehen, so wie Christus uns im Glauben sieht. Der nächste Schritt ist, einander zu ermutigen, sich selbst im Glauben zu sehen. D. h. wenn ein Bruder oder eine Schwester in der Lüge, Anklage oder Selbstmitleid verstrickt ist und sich nicht mehr mit Gottes Augen sieht, müssen wir dieser Person durch das Wort Gottes sagen, wer sie und wie sie in Christus eigentlich sind. Wir heben dann unseren Schild des Glaubens vor den anderen und helfen ihm oder ihr, selbst den Schild wieder heben zu können.
Wir sollen als Menschen nicht mit den Augen der Welt sehen (z. B.: dieser Mensch ist arm und minderwertig), sondern sie mit Gottes Augen sehen (z. B.: dieser Mensch ist reich in Christus und wertvoll) und dann den Menschen mitteilen, was wir mit diesen Augen sehen. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Armut, Gedanken, Gemeinde, Glaube, Reichtum
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