Erkenntnis der Heiligkeit Gottes


»Denn dies sollt ihr wissen und erkennen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – er ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat in dem Reich Christi und Gottes.« (Epheser 5,5)

Die Worte des heutigen Andachtstextes mahnen uns und machen uns deutlich, welche Bedeutung die Sünde im Allgemeinen – aber auch ganz bestimmte Sünden im Speziellen – eigentlich haben und weshalb wir so sehr darauf achten müssen, diese Sünden in unserem Leben nicht zuzulassen. Dabei nennt Paulus zwei wichtige Kriterien, die im Umgang mit der Sünde (und meines Erachtens im Umgang mit allen geistlichen Tatbeständen) wichtig sind: wir sollen wissen und erkennen!

Das Wort lehrt uns, vom ersten Buch Genesis an bis hin zur Offenbarung, sehr eindeutig, was Gottes Willen, was gut und was böse, was heilig und was sündhaft ist. Wenn wir von Gottes Wort lernen, dann können wir wissen und wir sind dazu berufen zu wissen, was Gott von uns möchte. Darüber hinaus sollen wir erkennen und die Erkenntnis übersteigt das reine Wissen. Die Erkenntnis resultiert aus der lebendigen Beziehung zu Gott und seiner Offenbarung. Erkenntnis bedeutet, Gott als Person in seiner Heiligkeit zu erkennen, aber auch, sich selbst mit Gottes Augen zu sehen. Die Erkenntnis beeinflusst den ganzen Menschen und nicht nur seinen Verstand.

Wir sollen also nicht nur wissen, was gut und böse, was heilig und was sündhaft ist, sondern wir sollen es mit unserem Herzen erkennen, sollen von Gottes Heiligkeit ergriffen werden und die Sünde so sehen, wie Gott sie sieht. Der Schritt von dem reinen Wissen über die Sünde und Gottes Ansprüchen zu der Erkenntnis der Heiligkeit Gottes und unserer Sündhaftigkeit ist ein sehr entscheidender, denn erst die Erkenntnis wird uns verändern und in das Wesen Christi verwandeln. Wir sind dazu bestimmt, nach der Erkenntnis zu streben, wenn wir an uns selbst feststellen, dass wir zwar wissen, dass unser Verhalten, unsere Gewohnheiten, unser Reden und Fühlen falsch und sündhaft sind, aber davon nicht wirklich betroffen, bewegt oder darüber zerbrochen sind.

Wir müssen Gott bitten, uns die Erkenntnis der wirklichen Wurzeln unseres Denkens und Handelns und unserer Gewohnheiten zu schenken und uns mit seiner Heiligkeit zu ergreifen. Erst wenn wir wirkliche Erkenntnis darüber haben, welche Auswirkungen die Sünde hat und wie sehr Gott die Sünde hasst, werden wir zu wirklicher Buße und Umkehr fähig sein. Doch zunächst zurück zum Wissen: der heutige Andachtstext lehrt uns, dass bestimmte Sünden keinen Platz im Reich Gottes haben: Unzucht, Unreinheit, Habsucht und Götzendienst. Wir müssen also zunächst einmal wissen und begreifen, dass diese Sünden in unserem Leben nichts(!) zu suchen haben und wir wirkliche Freiheit von diesen Dingen brauchen!

Wenn wir uns selbst reflektieren und der Geist uns die o. g. Sünden, oder einzelne daraus, offenbart, so wissen wir, dass diese Dinge unser Erbe rauben können. Wenn wir jedoch trotz des Wissens über die Bedeutung der Sünde weitermachen und nicht wirklich bußfertig sind, dann müssen wir Gott bitten, uns die wirkliche Erkenntnis zu geben, wie er diese Sünde sieht, welches die Wurzeln dieser Sünde in unserem Leben sind und welche Konsequenzen diese Sünden wirklich haben. Wir müssen von dem Begreifen zum nächsten Schritt übergehen: wir müssen von Gottes Heiligkeit ergriffen werden! Dies ist der wahre Schritt zur Freiheit von der Macht der Sünde! Amen.


Autor: Robin J. Malloy

Schlagworte: , , , , , , ,

© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten

© Andachten: Living Church, Paderborn.


Drucken Drucken Andacht per EMail versenden Andacht per EMail versenden