»Und im Vertrauen hierauf weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen bleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, damit euer Rühmen überreich werde in Christus Jesus durch mich bei meiner Rückkehr zu euch.« (Philipper 1,25-26)
Das gesamte erste Kapitel des Philipperbriefes würde sich optimal für ein Führungskräfteseminar eignen, mit dem Titel: „Der Führungsstil des Apostels Paulus“ oder „Fundamente einer christuszentrierten Führung“. In den heutigen Versen werden zwei Ziele beschrieben, die eine solche christuszentrierte Führung oder Leiterschaft verfolgen. Diese beiden Ziele sind die Förderung von Menschen sowie der Freude. Die beiden o. g. Ziele sind für mich eine revolutionäre Weisheit. Wenn die Ziele jeder Leiterschaft sind, Menschen zu fördern und die Freude zu mehren, wie würde die Welt aussehen, wenn jede Führungskraft im Großen wie im Kleinen diese Ziele umsetzen würde?
Jesus selbst hat diese Art von Führung vorgelebt, indem er sein Leben für uns gab, um uns vom Status des verlorenen Sünders in den eines priesterlichen und königlichen Gotteskindes zu „befördern“. Das Wort „befördern“ kennen wir aus dem beruflichen Kontext und es bedeutet ja soviel wie „jemanden in eine höhere Stellung mit mehr Verantwortung und in der Regel mehr Einkommen zu bringen“. Jesus hat uns in eine höhere Stellung befördert und uns die Reichtümer des Himmels erschlossen! Fördern und Befördern bedeutet somit, Potentiale und Begabungen in Menschen zu erkennen, Menschen aus Gottes Augen zu sehen und alles zu tun, damit Menschen die gottgegebenen Gaben und Fähigkeiten entwickeln und einsetzen können.
Wenn Menschen durch eine solche Leiterschaft der Förderung beginnen, ihre Stärken zu erkennen, ihre Gaben einzusetzen und eine Sinnhaftigkeit ihres Handelns sowie Verantwortung neu zu erleben, dann wird es dazu führen, dass sie mit Freude erfüllt werden. Es gibt kaum etwas, dass zu mehr Freude führt, als einer sinnerfüllten, erfolgreichen und verantwortlichen Tätigkeit nachzugehen. Das Empfinden, eine Rolle zu spielen, etwas beitragen zu können und eine tiefe Zufriedenheit über das zu spüren, was erreicht worden ist oder noch erreicht werden kann, gehört wesentlich zu einem Leben in Fülle dazu.
Wenn Leiterschaft also bedeutet, Menschen zu fördern, ihnen zu helfen ihre Gaben zu entdecken, sie einzusetzen und ihre Identität zu finden, dann wird dies unmittelbar zum zweiten Ziel führen, der Freude. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob bereits irgendeine Führungstheorie die Freude als explizites Ziel nennt. Manch einer mag einwenden: „Es geht mir nicht darum, dass die Mitarbeiter Freude haben, sondern ihre Arbeit erledigen!“ Aber um wie viel höher wird die Effektivität sein, wenn ein Mensch Freude an seiner Arbeit hat?
Neben der Förderung und der Freude ist in dem heutigen Bibeltext ein weiteres Ziel guter Leiterschaft verborgen: der Ruhm in Christus. Auch dies ist ein erstaunlicher Gesichtspunkt. Meistens ist Leiterschaft in der Welt darauf ausgelegt, dass der Leiter oder Führer den Ruhm erhält und nicht seine Gefolgsleute. Christus kam, damit wir uns in ihm rühmen können! Wir sollen uns nicht unserer eigenen Kraft rühmen, wie es diese Welt tut, aber dennoch sollen wir uns rühmen können: nämlich in Christus!
Eine gute Leiterschaft will Erfolge beim Einzelnen hervorbringen, die den Mitarbeiter hervorheben. Ein christuszentrierter Leiter will hervorbringen, dass sich Menschen in Christus rühmen können und Christus gerühmt wird. Dies ist ein wunderbares Phasenmodell: der Leiter fördert die Menschen, so dass sie Freude erleben. In dieser Freude werden Früchte der Arbeit (wir denken an die gestrige Lehreinheit) hervorgebracht. Dieser Früchte dürfen wir uns in Christus rühmen, das heißt, sie dankbar aus seiner Gnadenhand anzunehmen. Dadurch wird letztlich Christus gerühmt. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Freude, Führung, Leiterschaft
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