Gebet in der geistlichen Gemeinschaft


»Damit aber auch ihr meine Umstände wisst, wie es mir geht, wird Tychikus, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn, euch alles berichten. Ebendeshalb habe ich ihn zu euch gesandt, damit ihr unsere Umstände erfahrt und er eure Herzen tröste.« (Epheser 6,21-22)

Wenn wir füreinander beten sollen, ist es wichtig, dass wir einander darüber austauschen, was uns geistlich bewegt und wo genau in unserem Leben die Angriffspunkte für den Feind sind. Paulus sandte den Ephesern seinen geliebten Bruder und treuen Diener Tychikus, damit dieser der Gemeinde berichten und der Gemeinde Trost spenden konnte. Paulus war es wichtig, dass die Gemeinde über die genauen Umstände der Mission Bescheid wusste, um dementsprechend effektiv für die Verkündigung des Wortes und für Paulus in Person beten zu können.

Wenn wir effektiv über unsere Glaubensgeschwister wachen wollen, müssen wir wissen, was in ihnen vorgeht und ggf. wo es Schwierigkeiten und Probleme gibt. Dies setzt eine vertrauensvolle und liebevolle Gemeinschaft des Geistes voraus. Solch eine geistliche Gemeinschaft ist für jeden Christen so wichtig wie die Luft zum Atmen. Jeder Christ sollte sich in der Obhut von geistlichen Leitern wissen, die Verantwortung für das geistliche Wohl, die Lehre und Seelsorge tragen. Darüber hinaus sollten alle Christen eine innige Gruppe von Menschen haben, mit denen sie gemeinsam beten, loben und preisen, sich über das Wort Gottes austauschen und in denen sie füreinander beten können.

Wenn wir an die beiden Säulen denken (über einander wachen und für die Verkündigung beten), ist es jedoch wichtig, dass sich solch eine Gemeinschaft nicht nur um die Anliegen der Einzelnen kümmert und somit zu einer gemütlichen Gesprächsrunde wird. Eine geistliche Gemeinschaft im Sinne der Urgemeinde ist immer eine Gemeinschaft in der Sendung. Die gemeinschaftlichen Gebete, die uns in der Apostelgeschichte überliefert werden, handeln allesamt von der Verkündigung des Evangeliums, wie z. B. in der Apostelgeschichte 4. Die Gemeinschaft betete gemeinsam für den Lauf des Wortes Gottes und war somit nicht nur introspektiv, im Sinne von auf sich bezogen, sondern vielmehr nach außen gerichtet, auch und gerade im Gebet.

Wenn wir als Gemeinschaft effektiv für die Verkündigung des Evangeliums beten wollen ist es ebenso wie beim Wachen wichtig, dass wir über ausreichend Informationen verfügen, die uns Aufschlüsse darüber geben, welche besonderen Herausforderungen es bei der Verkündigung des Evangeliums gibt. Welche sozioökonomischen, soziokulturellen, welche demographischen, religiösen, historischen oder z. B. welche regionalen Faktoren stellen besondere Herausforderungen dar, die umbetet werden sollten? Gibt es Christenverfolgung, öffnen sich Menschen besonders gut oder besonders selten für das Evangelium? Welche politischen Faktoren spielen hierbei eine Rolle? Wenn wir effektiv beten wollen, müssen wir interessiert, ja mehr noch, leidenschaftlich um unsere Gesellschaft oder die Gesellschaft unserer Sendung bemüht sein.

Wachen und Flehen bedeutet also auch zu wissen, zu verstehen und sich verantwortlich zu fühlen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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