Heilig in Christus


»… allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind …« (Philipper 1,1)

Wenn wir die Briefe des Paulus lesen, lohnt es sich, jedes einzelne Wort, jeden einzelnen Vers genau zu betrachten, ja sogar zu meditieren. Die Worte des Paulus sind so tief und umfassend, dass in ihnen die Ratschlüsse Gottes offenbar werden. Paulus und Timotheus grüßen die Christen aus Philippi mit den Worten „… allen Heiligen“. Heilig sein bedeutet, „abgesondert sein für Gott“, „Gott zugehörig sein, Gottes Eigentum sein“. Somit greift die heutige Andacht den Inhalt der gestrigen auf. Paulus betrachtet sich als das Eigentum Christi, sein Leben ist in Christus verborgen. Nicht er lebt noch, sondern Christus lebt in ihm. Dies ist das Geheimnis, das in der Taufe seinen Ausdruck findet (vgl. Römer 6): der alte Mensch stirbt mit Christus und wird mit Christus zu einem neuen Leben auferweckt. Durch den Heiligen Geist nimmt Christus in dem Gläubigen Raum, er wird eine neue Kreatur in Christus.

Dieses Wunder erfolgt auf der Grundlage des Erlösungswerkes Christi am Kreuz von Golgatha! Wir sind heil und heilig, wir sind Teil von Gottes Familie durch Jesus Christus. Der Gruß von Paulus an die Philipper erinnert sie daran: Ihr seid erlöst durch das Blut Christi, ihr seid wiedergeboren zu einem unvergänglichen Leben, ihr seid Teil der göttlichen Familie. Dieses Geheimnis wird auch durch die folgenden Worte deutlich: „… allen Heiligen in Christus“. Als Christen leben und weben wir in Christus, er ist unsere Heimat. Auch unser Leben, wie das des Paulus, ist in Christus verborgen. Gleichzeitig sind wir Staatsbürger, wir leben in unseren Städten und Dörfern: „die in Philippi sind …“ In dem Gläubigen vereint sich die Zeitgebundenheit und Begrenztheit des Menschen mit der Ewigkeit und Unbegrenztheit Gottes. In uns nimmt der übernatürliche Himmel Raum und bahnt sich einen Weg in diese Welt.

Wir sind nicht mehr von der Welt, aber noch immer in der Welt. Wir sind in Christus und in unserer Welt, in unserem Land. Als Christen sind wir also verantwortlich, diese Welt zum Besseren mitzugestalten. Diese Verantwortung haben wir gerade, weil unsere eigentliche Heimat in Christus ist, viel mehr noch: weil er in uns ist! Diese Inkarnation des Göttlichen im Irdischen ist das Geheimnis des Evangeliums, Gott wird Mensch in Christus und noch heute begegnet er Menschen durch Menschen wie uns. Wir sind Heilige in Christus und in der Welt, wo immer Gott uns hingestellt hat. Wir wollen dieses neue Jahr „heiligen“, es ganz und gar für Gott in Anspruch nehmen. Wir wollen dieses Jahr in Christus sein und bleiben, um dadurch Früchte zu bringen, die den Orten, an denen wir stehen, den Menschen, denen wir begegnen, Leben schenken. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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