In der Erkenntnis alles Guten


»Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter, und Aphia, der Schwester, und Archippus, unserem Mitkämpfer, und der Gemeinde, die in deinem Haus ist: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Ich danke meinem Gott, indem ich allezeit deiner in meinen Gebeten gedenke, da ich von deiner Liebe und von dem Glauben höre, den du an den Herrn Jesus und allen Heiligen gegenüber hast, dass die Gemeinschaft deines Glaubens wirksam werde in der Erkenntnis alles Guten, das in uns im Hinblick auf Christus ist.« (Philemon 1,1-6)

Zum Abschluss des Jahres wollen wir uns dem letzten Andachtstext zuwenden, dem Brief des Paulus an Philemon. Es handelt sich hierbei um ein persönliches Anschreiben, in dem Paulus sich für Onesimus einsetzt. Onesimus war ein Sklave des Philemon und war aus dessen Haus geflüchtet. Auf seiner Flucht traf er auf Paulus, durch den er zum Glauben an Jesus Christus kam und getauft wurde. In seinem Brief trat Paulus für den nun Christ gewordenen Onesimus ein, denn ihn hätte nach Recht und Gesetz für seine Flucht die Todesstrafe erwarten können. Meines Erachtens beinhaltet der Brief eine wunderbare Zusammenfassung wichtiger Elemente der Andachten dieses Jahres, insbesondere im Hinblick auf die Lehre über geistliche Leiterschaft.

Zunächst einmal beginnt Paulus sein Schreiben damit, Philemon zu loben. Man könnte dies für eine geschickte Taktik halten, um damit im Anschluss die Erfüllung seiner Bitte zu erreichen, aber ich halte Paulus für einen der mächtigsten Männer des Geistes, fernab von solchen Listen und taktischen Dünkel. Paulus Briefe sind Teil des schriftlichen Wortes Gottes geworden, daher ist sein Lob echt und wahr. Philemon schien ein guter und tüchtiger Mitarbeiter im Reich Gottes gewesen zu sein. Betrachten wir genauer, wofür er gelobt wird, denn darin kann er uns ein Beispiel sein. Philemon wird für seinen Glauben und seine Liebe gelobt, die er Christus und den Heiligen gegenüber hat.

Glaube, Hoffnung und Liebe sind die größten Werte eines Christen, wobei die Liebe der größte Wert ist und die Erfüllung des Gesetzes darstellt. Der Glaube ist die Voraussetzung und die Liebe die Folge, denn durch den Glauben werden wir mit der Liebe des Vaters erfüllt, die unsere Herzen bestimmt. Der Glaube wird durch die Liebe tätig und genau hier setzt das Gebet des Paulus für Philemon an: er betet, dass der Glaube des Philemon und seine empfundene Liebe für Christus und die Heiligen wirksam werde „in der Erkenntnis alles Guten, das uns im Hinblick auf Christus ist.“ Was bedeutet diese Erkenntnis genau?

Zum einen bezieht sich diese Erkenntnis des Guten auf alles, was uns in Christus verheißen ist, auf alle Reichtümer und Segnungen der Himmelswelt. Des Weiteren bedeutet das Gute im Kontext der Bibel immer etwas ganz Praktisches: das Gute ist immer das, was wir tun, im Sinne von: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Das Gute in Christus ist immer das, was wir ergreifen, denken, fühlen und tun sollen. Das Gute ist immer das gute Denken, das gute Fühlen und das gute Handeln dem Nächsten gegenüber. Paulus betet also für Philemon, dass sein Glaube und seine Liebe in der Erkenntnis des Guten wirksam wird, d. h. in der Erkenntnis dessen, was er Gutes erhalten hat und was er Gutes tun kann!

Zu Beginn eines neuen Jahres können wir füreinander beten, was Paulus für Philomen gebetet hat. Wir wollen füreinander beten, dass wir in dem Glauben und in der Liebe wachsen, aber auch in der Erkenntnis des Guten, das Gott für uns im neuen Jahr bereit hält und das Gute, das wir tun können. Gott hat bereits gute Werke für uns für das neue Jahr vorbereitet und wir beten füreinander, dass wir diese Werke erkennen und in ihnen wandeln. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

Schlagworte: , , , ,

© Bibelstellen: Revidierte Elberfelder Bibel © 1985/1991/2006 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten

© Andachten: Living Church, Paderborn.


Drucken Drucken Andacht per EMail versenden Andacht per EMail versenden