»Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen. Denn gewisse Menschen haben sich heimlich eingeschlichen, die längst zu diesem Gericht vorher aufgezeichnet sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Ausschweifung verkehren und den alleinigen Gebieter und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen.« (Judas 1,3-4)
Judas bezeichnet sich als Knecht Jesu Christi und ermutigt uns, unsere Selbstwahrnehmung neu zu reflektieren und zu fragen, welches Verständnis unserer Selbst wir eigentlich besitzen. Gehören unsere Zeit, unsere Kraft, unser Geld und unser Herz ganz und gar Jesus Christus? Ordnen wir unseren Willen wirklich dem Willen Christi unter? Leben wir den Glaubensgehorsam, der aus der Kraft des Heiligen Geistes schöpft und dadurch gute Werke hervorbringt? Können wir alle Aspekte unseres Lebens in die Belange des Königreiches Gottes einordnen und uns der Sache Christi unterordnen? Verstehen wir uns wirklich als verantwortliche Mitarbeiter im Reich Gottes oder eher als Konsumenten und solche, die das Christsein eher als ein Mittel zum Zweck ihres Wohlbefindens, ihres Seelenheils oder der Sättigung ihrer Bedürfnisse betrachten?
Jesus Christus kam, um uns das Leben in Fülle zu bringen, um uns zu heilen und uns zu befreien. Dieses Leben in Fülle geht jedoch einher mit der Bereitschaft, ihm ganz und gar zu vertrauen und bereit zu sein, seinen Willen zu tun. Wie es Dietrich Bonhoeffer sagt, können wir Gefahr laufen, von einer billigen Gnade auszugehen, wenn wir nicht verstehen, dass die Gnade immer mit Nachfolge und der Bereitschaft zu dienen, zu leiden und ggf. für Christus zu sterben einhergeht. Judas ist ein Knecht Christi und er wandte allen Fleiß an, seinen Adressaten über das gemeinsame Heil zu schreiben. Er versteht sich als Verwalter und Haushalter der Gnade Gottes und arbeitet hart dafür, dieses Heil zu lehren und darüber zu schreiben.
Judas sieht sich in der Verantwortung zu ermahnen und für den überlieferten Glauben zu kämpfen und versteht sich dabei auch als Wächter über die reine Lehre, als Kämpfer gegen die Irrlehre, die Gottlosigkeit, die Versuchung und die Ausschweifung. Er kämpft gegen die Lüge und für die Wahrheit aus Liebe zu Jesus Christus, seinem Wort und seiner Sache. Judas nennt Jesus seinen Gebieter und Herrn, Begriffe, die für unsere Ohren und unsere Zeit ungewöhnlich, ja vielleicht sogar erniedrigend klingen können. Jesus ist jedoch die Liebe und die Weisheit in Person, einen besseren Gebieter und Herrn kann es gar nicht geben. Jesus ist unser Retter, unser Heiland und unser Freund. Doch von entscheidender Bedeutung ist die Frage, ob Jesus auch der Gebieter und Herr unseres Lebens ist.
Sind auch wir bereit, uns als Hauhalter und Verwalter der Gnade zu sehen? Sind auch wir bereit, zu ermahnen, für den überlieferten Glauben und gegen die Irrlehre, die Gottlosigkeit, die Versuchung und die Ausschweifung zu stehen und zu kämpfen? Sehen auch wir uns als Wächter des Wortes und sind auch wir bereit, Jesus wirklich als Gebieter und Herrn zu akzeptieren? Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Fleiß, kämpfen, Knecht, Mitarbeiter
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