Kontrolle über Gedanken und Gefühle


»… dass ihr fest steht in einem Geist und mit einer Seele zusammen für den Glauben des Evangeliums kämpft und euch in nichts von den Widersachern erschrecken lasst, was für sie ein Beweis des Verderbens ist, aber eures Heils, und das von Gott her! Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, da ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen habt und jetzt von mir hört.« (Philipper 1,27-30)

Die Berufung des Christen ist immer eine gemeinschaftliche Berufung. Jesus Christus bestimmt uns nicht zu einem Leben als Einzelkämpfer, sondern wir dürfen gemeinsam mit einem Geist und einer Seele für den Glauben des Evangeliums kämpfen und uns einander bestärken, ermutigen und dabei die Freude erleben, die es mit sich bringt, dem Evangelium zu dienen! Die Bedeutung der Gemeinschaft, die Notwendigkeit als Christ nicht allein zu sein, wird besonders dann spürbar, wenn wir angegriffen oder unter Druck gesetzt werden. Wie bereits in den vorhergehenden Versen des Philipperbriefes deutlich wurde, fühlte sich Paulus in seiner schwierigen Situation von der Gemeinschaft der Christen getragen und ermutigt.

Paulus ermahnt die Philipper, sich in nichts von den Widersachern erschrecken zu lassen. Unser größter Widersacher ist der Satan selbst, der versucht, uns mit seinen Listen und Lügen in die Irre und in den Ungehorsam gegenüber Gott zu führen. Das Ziel des Satans ist es, uns von Gott zu trennen, um uns so letztlich zerstören zu können. Die Taktik des Feindes ist dabei sehr subtil und untergründig. Er will unser Vertrauen in Gott, sein Wort und seine Pläne rauben und Misstrauen säen. Unglauben und Misstrauen wiederum führen zu Unsicherheit und Angst. Wenn es dem Feind gelingt, unser Vertrauen in Gott zu erschüttern und uns darüber hinaus noch zu erschrecken, dann gelingt es ihm dadurch auch, einen nicht unerheblichen Einfluss auf unser Herz zu gewinnen.

Noch vielmehr als unseren Körper zu schädigen, geht es dem Satan darum, unser Denken, Fühlen und unseren Willen zu beeinflussen. Er weiß, dass die Kontrolle der Gedanken letztlich die Kontrolle über die ganze Person mit sich bringt. Nicht ohne Grund zählt Propaganda, die gezielte offensichtliche oder unterschwellige Beeinflussung von Menschen, zu den wichtigsten Werkzeugen von Despoten. Die zweite Ebene – unsere Gefühle – ist ebenso maßgeblich. Der Feind weiß, wie sehr wir uns von unseren Gefühlen bestimmen lassen, weshalb es ihm gefällt, „auf der Klaviatur unserer Gefühle seine Melodien zu spielen“. Dies jedoch dürfen wir nicht zulassen, sondern wir müssen jeden Gedanken der Herrschaft Jesu unterordnen, wie es Paulus im 2. Korintherbrief beschreibt. Das gilt ebenso für unsere Gefühle, die vom Geist Gottes bestimmt sein können und eben nicht vom Feind.

Paulus weist wieder einmal darauf hin, dass wir unsere Gedanken und Gefühle nicht von den äußeren Umständen bestimmen lassen sollen („… und in nichts von den Widersachern erschrecken lasst …“), sondern dass genau umgekehrt unsere Gedanken unsere Gefühle und diese unsere äußeren Umstände bestimmen sollen. Zu diesen Gedanken zählt es, dass Leiden ein Aspekt der Jüngerschaft ist, den wir nicht ausklammern dürfen. Wenn wir für Christus leiden, bedeutet dies nicht, dass der Feind die Überhand gewonnen hat, sondern dass der Herr sich weiterhin souverän durch uns verherrlichen wird. Es gibt nichts, dass der Herr nicht in seiner Hand hält. Paulus weist die Philipper darauf hin, dass sie denselben Kampf kämpfen wie er und deshalb wahrscheinlich auch so leiden werden müssen wie er. Sie dürfen darin aber auch unerschütterlich, unverzagt und mit lebendiger Hoffnung erfüllt sein, wie er. Gleich, um welche Not, um welchen Angriff des Widersachers es sich handelt, wir müssen es nicht zulassen, dass dies unser Herz (Denken, Fühlen und Wollen) bestimmt, sondern können uns durch die Wahrheit Christi und die Liebe der Gemeinschaft zu jeder Zeit von jeglichen Ketten befreien lassen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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