»Was macht es denn? Wird doch auf jede Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich.« (Philipper 1,18)
Paulus lässt sich von den Widrigkeiten nicht erschüttern und erachtet es als nebensächlich, dass es manche darauf angelegt haben, ihm Bedrängnisse aufzuerlegen, solange eines geschieht: die Verkündigung des Evangeliums. Paulus geht so sehr in dieser Aufgabe auf, dass ein moderner Mensch meinen könnte, dass es sich bei Paulus wohl kaum um eine „runde“ oder wirklich ausgeglichene Persönlichkeit handeln konnte. Es klingt in unseren Ohren etwas befremdlich, wenn da jemand sein persönliches Wohl so weit hinten anstellt und sich fast gänzlich in seinem Auftrag „verliert“. Dabei kann es schon passieren, dass wir bewusst oder eher unbewusst zu dem Schluss kommen, dass es sich schließlich um Paulus handelte, eben einen ganz besonderen Menschen, von denen es in der Geschichte nur wenige gibt.
Zu einem großen Teil ist dies zutreffend, aber verschließen wir uns nicht mit solch einer Reaktion einer möglichen Veränderung unseres Wesens, hin zu einer größeren Christusähnlichkeit? Paulus identifiziert sich hier schließlich nicht ganz und gar mit irgendeiner Sache, sondern mit einer Person, der Person Jesu Christi. Von dem Augenblick an, an dem ihm Jesus erschienen ist und er dessen Göttlichkeit gesehen hat, kennt Paulus keinen anderen Sinn und keine andere Freude mehr, als diesem Christus zu dienen. Er ist quasi überwältigt von der Liebe und Herrlichkeit Christi. Die Realität Christi hat so sehr Besitz von Paulus ergriffen, dass er nicht anders kann, als von ihm zu erzählen.
Dass Menschen von Jesus hören, ist ihm so wichtig, dass er sich sogar freut, wenn der Name Jesu aus Vorwand verkündigt wird, solange der Name Jesus die Menschen erreicht. Dies kann nur aus dem völligen Bewusstsein der Notwendigkeit der Erlösung her stammen. Paulus war die Dimension des Königreiches Gottes sowie der Verlorenheit der Welt so deutlich vor Augen, dass er sein Leben einzig und allein mit dem Zweck verband, Menschen von dem Christus zu berichten, den er gesehen hatte und der ihn errettet hatte, von der Macht der Finsternis.
Paulus freute sich, wenn Christus verkündigt wurde. Eine kritische Frage, die mich selbst natürlich mit einschließt sei gestattet: „Wie weit sind wir von dieser Identifikation mit Christus entfernt? Wie sehr wird unser Empfinden des Glücks und der Freude von der Verkündigung des Evangeliums bestimmt?“ Die Antwort auf diese Frage sollte darüber entscheiden, wie intensiv wir die Gegenwart Jesu suchen, um dabei zu entdecken, zu welcher Hoffnung wir eigentlich berufen sind. Am Besten noch heute! Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Erlösung, Evangelium, Verkündigung, Verlorenheit
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