Leben in der Gegenwart


»… statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will, werden wir sowohl leben als auch dieses oder jenes tun.« (Jakobus 4,15)

Die Mentalität des Königreiches Gottes ist die Mentalität Christi, der selbst von sich sagt, dass es seine Speise sei, den Willen des himmlischen Vaters zu tun. Christus tat und tut nichts, was er nicht den Vater tun sieht und er führte auf Erden ein Leben der absoluten Hingabe zu Gott und zu seinem Königreich. Jesus ließ sich beständig von dem Heiligen Geist leiten und er richtete seine ganze Zeit, seine Energie und seine Willensbildung auf das Königreich Gottes aus. Wir sollen also nicht irgendwelche Pläne nach dem Wesen dieser Welt schmieden, sondern wir sollen uns ganz und gar der Führung Gottes und seiner Weisheit anvertrauen.

Unsere Zukunft liegt in Gottes Hand und Gottes Gegenwart ist der Ort, aus dem heraus unsere Zukunft entsteht. Nicht selten sehnen wir uns nach bestimmten Dingen für die Zukunft und bedrängen Gott damit unsere Wünsche zu erfüllen. Dabei vergessen wir, dass wir den Geber mehr ersehnen sollen als die Gabe und in Gottes Gegenwart haben wir immer all das bereits schon jetzt und hier, was wir brauchen. Wenn wir erkennen, dass Gottes Gegenwart alles ist, was wir brauchen, dann verlagern wir nicht unsere Zufriedenheit und unser Glück in die ferne Zukunft. Wir verändern unseren Blick für die Zukunft, sie bildet nicht mehr an sich die Hoffnung für die Erneuerung, Verbesserung, den Segen etc., sondern weil wir schon jetzt in Christus allen Frieden, alle Freude usw. haben, dürfen wir die Zukunft als Gestaltungsrahmen für das Königreich Gottes betrachten.

Natürlich sollen wir den Verheißungen Gottes für die Zukunft glauben und vertrauen, aber unsere temporäre Motivation sollte nicht daraus resultieren, irgendwann einmal in der Zukunft zufrieden und glücklich zu sein, sondern allein aus der gegenwärtigen Gegenwart Gottes in unserem Leben und der Tatsache, dass Gott derselbe bleibt, gestern, heute und morgen! Wir brauchen eine neue Achtsamkeit für die Gegenwart, genauer gesagt für Gottes Wirken in der Gegenwart und sein Reden, denn die Zukunft erwächst aus Gottes Gegenwart und aus seinem Reden in der Gegenwart. Die großen Propheten und „Zukunfts-Seher“ der Bibel waren immer diejenigen, die in der jeweiligen Gegenwart eine intensive, intime und hörende Beziehung zu Gott pflegten.

Im Fazit lässt sich sagen, dass wirklich fruchtbare Nachhaltigkeit für die Zukunft darin basiert, dass wir hier und jetzt in Christus verwurzelt sind, aus der Kraft des Heiligen Geistes schöpfen und den Vater und seine Liebe mehr und mehr erkennen. Die Tiefe im Jetzt wird die Weite und Größe in der Zukunft bestimmen. Ohne die Tiefe im Jetzt, ohne die hörende Achtsamkeit für das Jetzt, kann kein nachhaltiges Wachstum erfolgen. In der Gegenwart Gottes erwächst die Zukunft und unsere Rolle darin. Wir müssen die Frage: „Was werde ich tun?“ mit der Frage „Wie stehe ich jetzt zu Christus und habe ich ein hörendes Herz?“ austauschen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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