Leben in der Naherwartung der Wiederkunft des Herrn


»Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn! Siehe, der Bauer wartet auf die köstliche Frucht der Erde und hat Geduld ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfange. Habt auch ihr Geduld, stärkt eure Herzen! Denn die Ankunft des Herrn ist nahe gekommen.« (Jakobus 5,7-8)

Wenn Jakobus von der Ungerechtigkeit dieser Welt schrieb, hat dies auch die Unterdrückung, Benachteiligung und Verfolgung der Gemeinde Christi mit eingeschlossen. Wie die anderen Autoren der Briefe des Neuen Testaments auch, will Jakobus den Christen Mut machen, in der Verfolgung und im Leiden auszuharren. Jakobus weist seine Adressaten auf die Wiederkunft des Herrn hin und dass sie Geduld haben sollen. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden des Christen, der ganze Lebensstil eines Christen soll auf die Wiederkunft des Herrn ausgerichtet sein. Als Christen sollen wir uns ständig der Tatsache bewusst sein, dass der Herr wiederkommt, um sein Reich auf dieser Welt für zunächst 1000 Jahre aufzurichten.

In dieser Hinsicht muss im Hinblick auf die Erwartung der Wiederkunft des Herrn sowie der heutigen Ermutigung des Jakobus mit einem Missverständnis aufgeräumt werden, das fatale Auswirkungen auf unser Verhalten in dem konkreten historischen und gesellschaftlichen Kontext hat. Wenn Jakobus die Christen mit der Erwartung der Wiederkunft des Herrn ermutigt, dann geht es nicht darum, dass die Christen froh sein können, bald nichts mehr mit dieser Welt zu tun zu haben, sondern vielmehr, dass Christus die Ungerechtigkeit dieser Welt beseitigen wird. Die Erwartung der Wiederkunft des Herrn ist somit nicht eine Haltung der Abkehr und des Desinteresses, sondern vielmehr der Sehnsucht, dass Gottes Gerechtigkeit auf dieser Welt zur Geltung kommt und aufgerichtet wird.

Diese Sehnsucht ist eine Sehnsucht im Sinne von „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden.“ Christen, die in der beständigen Naherwartung der Wiederkunft des Herrn leben, sind somit nicht jenseitsbezogen oder weltabgewandt. Sie entsprechen zwar nicht dem Wesen dieser Welt, aber sie wollen Gottes Gerechtigkeit hier und jetzt sehen, sie wollen, dass viele Menschen erlöst werden und dem Werk des Teufels ein Ende gesetzt wird. Christen, die in einer beständigen Naherwartung leben, sind zutiefst gesellschaftlich interessiert und engagiert und gerade weil sie dies sind, wünschen sie sich so sehr, dass Christi Herrlichkeit für alle Menschen sichtbar wird. Sie wissen, dass Jesus Christus die Lösung für alle Probleme der Menschheit ist und lieben Menschen so sehr, dass sie sich nichts anderes wünschen können, als dass Christus für sie wiederkommt.

Nach der Entrückung und einer Übergangszeit wird Jesus für alle Menschen erscheinen und sein Reich für tausend Jahre in dieser Welt aufrichten. Der Satan wird während dieser Zeit gebunden sein, so dass alle Menschen erleben werden, was es bedeutet, unter der Herrschaft Christi zu leben. Dies zu erfahren und zu sehen (so bald wie möglich), muss unsere größte Sehnsucht und auch Ermutigung sein, weiter die Gerechtigkeit Gottes aufrichten zu wollen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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