»Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut …« (Epheser 6,12)
Paulus gewährt uns im Kapitel 6 des Epheserbriefes einen kleinen Einblick in die Strukturen der Mächte der Finsternis. Effektive Kriegsführung ist immer abhängig von der Aufklärung des Feindes, d. h. der Informationsgewinnung u. a. darüber, wie stark und zahlreich der Feind ist, welche Waffen und Taktiken er benutzt, auf welchem Wege er sich nähert, über welche Kommunikationstechnologien er verfügt, wie die Führungsstrukturen aussehen etc. Jesus selbst weist uns an anderer Stelle darauf hin, dass ein Kriegsherr seine eigenen Kräfte und die des Feindes einschätzen sollte, bevor er in den Krieg zieht. Bevor wir jedoch auf die Strukturen eingehen, soll an dieser Stelle drei fatalen Missverständnissen bei Christen begegnet werden:
Manche Christen haben keine Vorstellung über die geistliche Welt und es interessiert sie nicht, weil sie mangelndes Wissen über ihre geistliche Autorität in Christus haben und dem Irrtum unterliegen, dass sie gleichgültig und nachlässig gegenüber den Mächten der Finsternis sein können, ohne dass dies fatale Konsequenzen für ihr geistliches Leben hätte. Manche behaupten, dass es nicht unsere Aufgabe wäre, gegen die Mächte der Finsternis zu kämpfen. Solch eine Meinung kann meines Erachtens nur auf einer besonderen Form der selektiven Interpretation und der individuellen Konstruktion der „Wirklichkeit“ basieren, denn klarer kann es Paulus nicht sagen: … unser Kampf(!) gegen … die Weltbeherrscher …
Sind wir daher im Krieg und sollen wir aktiv an diesem Krieg teilhaben? Die Antwort lautet: Ja!
Wiederum andere Christen behaupten, dass wir lediglich passiv gegen die Mächte der Finsternis kämpfen sollen, d. h. wir bemühen uns, den Versuchungen gegenüber Stand zu halten, gehen aber nicht aktiv gegen diese vor. Auch dies ist mit dem biblischen Zeugnis und dem Auftrag Jesu nicht vereinbar. Jesus gebietet seinen Jüngern mehrfach, die Dämonen auszutreiben und dies kann kaum als passiver Widerstand interpretiert werden. Außerdem sind wir berufen, die Werke Jesu fortzusetzen und er kam, um die Werke des Teufels zu zerstören. Wir sind also berufen, aktiv gegen die Mächte der Finsternis vorzugehen, in dem Bewusstsein, dass wir nicht aus unserer eigenen Kraft, sondern aus der Macht seiner Stärke schöpfen!
Das dritte Missverständnis von Christen ist, dass sie die Menschen mit den Mächten der Finsternis gleichsetzen, d. h. sie kämpfen mehr gegen die Menschen als gegen die Mächte der Finsternis, die diese Menschen binden. Da gibt es Demonstrationen gegen Homosexuelle, gegen Abtreibung etc. in der so viel Hass und Ablehnung mitschwingt, dass dort ganz klare und gezielte Angriffe gegen Personen verübt werden. Christen sehen den Menschen in seiner Sünde und beginnen diesen Sünder zu richten, zu hassen oder zumindest die Nase zu rümpfen. Es wird sich beklagt über die Sündhaftigkeit, den Unglauben und vieles mehr, ohne zu berücksichtigen, dass die Menschen in der Sünde und der Knechtschaft der Mächte der Finsternis gebunden sind.
Jesus hätte den fallsüchtigen Jungen auch aufgrund seines schlechten Benehmens tadeln oder den Besessenen von Gerasa für sein aufbrausendes Wesen ermahnen können, aber er wusste es besser. Nun sind nicht alle Menschen besessen, aber doch – so bestätigt es auch Paulus im Römerbrief – befinden sich die Menschen unter dem Einfluss der Mächte der Finsternis und deren Rebellion und werden von diesen verblendet, so dass sie das helle Licht des Evangeliums nicht sehen können.
Wie viele Christen gibt es, die in sündhaften Gewohnheiten (wie Pornographiesucht, Unzucht, Habgier etc.) gebunden sind, dabei den dämonischen Mächten Tür und Tor öffnen und sich wundern, warum sie plötzlich so sehr von diesen Dingen bestimmt werden? Wie viel mehr befinden sich die Verlorenen in der Sklaverei und leiden unter der Verblendung und der Kontrolle des Bösen? Jesus hasst die Sünde, aber er liebt den Sünder. Er ist gekommen um zu heilen und zu befreien! Als Christen besitzen wir starke Waffen: die Verkündigung, das Fasten und das Gebet. Wir haben die Vollmacht, die Mächte der Finsternis zu binden, ihr Handeln zu unterbinden und Freiheit auszurufen.
Wenn wir das Evangelium verkünden, für Kranke beten, Gefangene und Gefesselte in die Freiheit rufen, dämonische Mächte und ihr Wirken binden und zurückweisen, nicht richten oder gegen Menschen kämpfen, sondern für sie, dann baut Jesus durch uns seine Kirche an allen Orten. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Autorität, geistige Welt, Krieg, Mächte der Finsternis, Vollmacht
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