Murren und Hadern


»Diese sind Murrende, die mit dem Schicksal hadern und nach ihren Begierden wandeln …« (Judas 1,16)

Das Wort Gottes trifft uns mitten ins Herz, genau dorthin, wo wir es am meisten brauchen. Unser himmlischer Vater liebt uns so sehr, dass er zu uns spricht, uns ermahnt und zurechtweist. Wir sind durch das Erlösungswerk Christi zwar nur noch in der Welt und nicht mehr von der Welt, dennoch gibt es noch immer so viel in unserem Herzen, dass verändert werden muss, so viel, was eher dem Wesen dieser Welt als dem Wesen Gottes entspricht. Es wird unsere gesamte Lebensspanne brauchen, um wirklich jede finstere Ecke unseres Herzens zu durchleuchten, dies sollte uns aber eher anspornen als uns zu Gleichgültigkeit oder Niedergeschlagenheit zu führen. Wer Gott liebt, der will Christus ähnlicher werden, wer hasst, was Gott hasst, will rein und heilig sein, wie der Vater im Himmel heilig ist.

Wenn es darum geht, Ordnung und Reinheit zu schaffen, ist es wichtig, mit dem Gröbsten zu beginnen und dies ist in unserem Herzen Unglaube, Stolz, Rebellion und Selbstsucht. All dies in unserem Herzen wird durch unseren Mund offenbart, wenn wir murren und hadern. Murren ist ein Ausdruck des Unglaubens und der Rebellion ebenso wie das Hadern, welches nichts anderes ist als Misstrauen gegenüber Gott und seinen Verheißungen für die Zukunft. Murren und Hadern ist das Gegenteil von Glauben, Danken und Vertrauen, es ist wie ein Geschwür in unserem Herzen, dass unseren geistlichen Menschen von innen her zu vernichten droht. Oftmals entsteht der Eindruck, dass Murren und Hadern durch belastende und schwierig nachvollziehbare Umstände entstehen. In Wahrheit haben sie jedoch nichts mit den Umständen zu tun, sondern damit, dass wir nicht wirklich bereit sind, uns Gott unterzuordnen.

Ist es nicht unser Ungehorsam, der uns überhaupt in die missliche Lage geführt hat und ist es nicht unser Stolz und Ungehorsam, der Gott letztendlich sogar daran hindert, uns aus dieser misslichen Lage zu befreien? Es gibt keinen Grund zu hadern, niemals, denn immer gelten uns Gottes Verheißungen und wenn wir bereit sind, uns von Christus und seinem guten Geist führen zu lassen, werden wir in allen Bereichen unseres Lebens in ein neues und gutes Land geführt werden. Es waren die Begierden, die die Israeliten mit der Sehnsucht erfüllten, zurück nach Ägypten zu gehen, anstatt sich von Gott in das gelobte Land führen zu lassen. Wie jedoch kann es nur sein, dass wir häufig so unvernünftig handeln und klar das Verderben dem Segen Gottes bevorzugen?

Hierzu fällt mir eine interessante Untersuchung aus den siebziger Jahren mit Ratten ein. Eine Ratte wurde so konditioniert, dass sie einen Knopf betätigen konnte, um Brot zu erhalten und einen weiteren, um Heroin zu erhalten. Beides stand ihr unbegrenzt zur Verfügung. Nach einiger Zeit betätigte die Ratte ausschließlich die Taste für das Heroin. Wenn der Versuchsablauf nicht unterbrochen worden wäre, wäre die Ratte verhungert. Der Grund dafür liegt darin, dass das Heroin wie das körpereigene Hormon Dopamin wirkt und ein sofortiges und kurzzeitiges Glücks- und Zufriedenheitsgefühl herstellt. Die Ratte wurde so süchtig nach diesem kurzfristigen Gefühl, dass sie sogar auf das Brot verzichtete, das sie mittelfristig zum Leben brauchte.

Ich denke, dass uns dieser Versuch etwas deutlich macht, wie wir Menschen häufig handeln. Wir suchen das sofortige und kurzfristige Glücksgefühl und nehmen das, was dieses Glücksgefühl zu geben verspricht, selbst wenn es uns mittelfristig oder langfristig zerstört! Anstatt das Brot des Lebens zu nehmen, folgen wir unseren Begierden, lassen uns berauschen und merken dabei gar nicht, wie wir verhungern und in das Verderben laufen. Die Israeliten zogen die Fleischtöpfe Ägyptens vor, auch wenn sie dort wieder die Sklaverei erwartete. Menschen wählen die Sklaverei der Sünde und des Todes, nur um ihre Begierden erfüllen zu können.

Gott hält für uns das gelobte Land bereit, er gibt uns das wahre Brot des Lebens und die Freiheit! Wir wollen ihm vertrauen und gehorchen, auch wenn dies bedeutet, die eigenen Bedürfnisse nicht sofort erfüllt zu bekommen und eben vertrauen, loslassen und gehorsam sein zu müssen. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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