Nachahmer Gottes


»Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch!« (Epheser 5,1-2)

Auf unserem Leben liegt eine hohe Berufung und eine hoher Anspruch. Wir sind nicht berufen, Politiker, Sportler, Wissenschaftler, Künstler oder Schriftsteller (u. a.) zum Vorbild zu nehmen, sondern Gott selbst! Paulus appelliert an uns, Nachahmer Gottes zu sein, wir sollen ihm im Wesen und Wirken entsprechen. Obwohl dies zunächst einmal ein überwältigender Anspruch zu sein scheint, ist die Forderung gar nicht so abwegig, weil wir von Gott als sein Ebenbild geschaffen worden sind. Dies bedeutet also, dass bereits etwas von Gott in uns angelegt ist und es quasi in der „Natur der Sache“ liegt, dass ein Geschöpf seinen Schöpfer (vor allen Dingen wenn das Geschöpf nach dem Bilde des Schöpfers gefertigt wurde) nachahmt.

Wäre da nur nicht die Macht der Sünde, hervorgerufen durch den einen Sündenfall und den immer wiederkehrenden Sündenfall durch den Ungehorsam und die Rebellion jedes Einzelnen von uns. Wir sind als Ebenbild Gottes geschaffen worden, aber die Sünde hat uns entstellt und unser Geist ist verkümmert. Als solche Sünder ist es uns nicht möglich, Gott nachzuahmen, denn durch die Sünde stehen wir Gott diametral entgegen. Preis und Ehre sei Gott dafür, dass er durch Jesus Christus die Macht der Sünde gebrochen hat, wir nun auf Gottes Seite stehen und der Geist des Menschen, der innere Mensch durch den Geist Gottes wiederhergestellt wurde.

Als solche neue Menschen ist es uns nun nicht mehr unmöglich, Gottes Nachahmer zu sein, vor allen Dingen deshalb nicht, weil ein einzigartiger Vorgang vollzogen worden ist: dieser Gott, als dessen Ebenbild wir geschaffen worden sind, hat seinen Geist in unsere Herzen ausgegossen, so dass der Geist Gottes in uns unmittelbar zu unserem Geist, unserem inneren Menschen, sprechen kann. Gott gab uns den Helfer, der uns Weisung, Weisheit, Kraft, Freude und Liebe gibt und uns dabei hilft, Gottes Nachahmer zu sein.

Es ist an dieser Stelle wichtig, darauf hinzuweisen, dass alle drei Personen der Dreifaltigkeit daran Mitwirken, uns vollkommen zu machen. Der Vater schenkt uns seine Liebe, Christus erwies seine Liebe am Kreuz und der Heilige Geist dadurch, dass er uns jeden Tag leitet, lehrt, überführt und Kraft gibt. Christus selbst ist der Prototyp des geisterfüllten Menschen, der ganz und gar Nachahmer seines Vaters ist. Er selbst sagte von sich, dass er nichts tat, was er nicht den Vater tun sah! Christus war bereit, sich selbst ganz und gar aus Liebe zum Vater und zu den Menschen hinzugeben, er war ein duftender Wohlgeruch für Gott.

Wenn wir es zulassen, dass Gottes Schöpferkraft in unseren Herzen durch den Geist wirksam wird, wir unsere Augen dabei immer auf Christus, den Auferstandenen richten und die Liebe des Vaters an uns und untereinander wirken lassen, werden wir mehr und mehr als Nachahmer Christi erkannt werden. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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