»Seid miteinander meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, welche so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt! Denn viele wandeln, von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, dass sie die Feinde des Kreuzes Christi sind; deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist, die auf das Irdische sinnen.« (Philipper 3,17-19)
Paulus scheut sich nicht, sich selbst als Vorbild für die Gläubigen zu empfehlen und er hat meines Erachtens nach allen Grund dafür, wie wir im Verlauf unserer Auseinandersetzung mit dem Philipperbrief unschwer erkennen konnten. Die Nachfolge ist ein Prozess des beständigen Gehorsams, der Hingabe und der Leidenschaft für Jesus und sein Königreich. Dieser Gehorsam beruht auf der Auferstehungsmacht Christi, welche durch den Heiligen Geist im Gläubigen wirksam wird. Paulus bezeichnet diese Macht als die unermessliche, alles übertreffende Macht Gottes. Paulus ist der Theologe des Heiligen Geistes aber vor allen Dingen auch der Praktiker im Geist. Sein ganzes Leben ist Beispiel dafür, wie wir uns von dem Heiligen Geist leiten lassen können und gleichzeitig in einer kontinuierlichen Demut gegenüber Gott und einer Abwehr gegen die Macht der Sünde und des Satans bleiben.
Das besonders Wichtige im Hinblick auf die Vorbildfunktion des Paulus ist die Tatsache, dass er gerade nicht darin Vorbild ist, aus eigener Kraft vollkommen zu werden, sondern dass sein Leben davon zeugt, wie sehr sich Gott in einem Sünder verherrlichen und ein Leben komplett von einem äußerst radikalen Christenverfolger zu einem der wichtigsten Herolde der Sache Jesu Christi transformieren kann. Paulus hatte Sünden, Schwächen und Fehler wie alle und dennoch war er von einer fast unvergleichlichen Hingabe und Motivation für die Sache Christi bestimmt. Seine Fehlerhaftigkeit hinderte ihn nie daran, jeden Atemzug seines Lebens Christus zur Verfügung zu stellen. Er war in dieser Hinsicht selbstlos, ohne – wie zuvor in einer anderen Lehreinheit aufgeführt – sich selbst in einem fleischlichen Selbstmitleid oder einer seelischen Form des Altruismus fallen zu lassen. Paulus ging es tatsächlich um die Sache Christi und er war so sehr mit ihr vereint, dass es ihm wahre Freude machte, Christus so hingegeben zu dienen.
Genau das Gegenteil davon waren diejenigen Feinde Christi, von denen Paulus in der heutigen Bibelstelle spricht. Sie sind nur auf ihr eigenes Wohl, ihren Bauch, ihre eigene Ehre (was Schande ist) sowie auf das Irdische gesinnt. Die Kirchengeschichte ist voll von solchen Menschen und noch heute ist die Gesellschaft von solchen Menschen durchdrungen. Welch eine Gnade, dass uns durch das Wort so ein großartiges Vorbild wie Paulus vermittelt wird und wir ihm darin nacheifern dürfen, Jesus ähnlich zu sein. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Leidenschaft, Motivation, Vorbild
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