Positives Denken und Reden


»Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet! Siehe, der Richter steht vor der Tür. Nehmt, Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben! Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Vom Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.« (Jakobus 5,9-11)

Wenn wir einen Brief oder ein anderes Buch der Bibel Vers für Vers betrachten, wird deutlich, wie reichhaltig solch ein Text wirklich ist und wie sehr der allmächtige Gott in der Lage ist, ganz konkret in unsere Lebenssituationen durch sein Wort zu sprechen. Jakobus gibt uns eine sehr umfassende und in sich geschlossene Abhandlung über die Psychologie und die geistliche Bedeutung der Rede. Wenn wir den Jakobusbrief studieren und ihn vor allen Dingen umsetzen, besitzt er eine Dynamik der Transformation unserer Persönlichkeit und unseres ganzen Lebens. Dies gilt sowohl für uns als Einzelne als auch für die geistliche Gemeinschaft.

In dem heutigen Andachtstext geht es wieder einmal darum, welche Auswirkungen das hat, was wir reden. Jakobus ermahnt uns, nicht gegeneinander zu seufzen, was meiner Meinung nach mehrere Aspekte umfasst. Wir sollen nicht negativ übereinander, aber auch nicht negativ über unsere Situation reden. Wenn Menschen zusammenkommen, neigen sie durch ihre sündhafte Natur sehr häufig dazu, über andere negativ zu sprechen, die nicht vor Ort sind oder aber einander zu klagen, wie schlecht doch alles ist. Es scheint eine Gruppendynamik zu geben, die bewirkt, dass Gruppen gerne schlechte und negative Dinge austauschen, vielleicht, um im gemeinsamen Leid eine Einheit und Geborgenheit zu finden oder aber einen gemeinsamen Feind und Sündenbock auszumachen oder ganz einfach nur, um von sich selbst abzulenken. Wahrscheinlich sind es all diese Faktoren zusammen. In einer Gruppe lässt sich gut lästern, murren, wehklagen und zaudern.

Jakobus ermahnt uns, dieser Dynamik nicht in die Falle zu gehen und nicht miteinander oder gegeneinander zu klagen. Er verweist auf die Propheten, die viel Negatives in ihrer prophetischen Schau gesehen und viel Negatives in ihrem Leben erlebt haben, wie z. B. Jeremia, der geschlagen, gefangen genommen, misshandelt und gedemütigt wurde. Dennoch ließen sie es nicht zu, dass ihr Herz von Bitterkeit, Selbstmitleid, Traurigkeit, Mutlosigkeit oder Niedergeschlagenheit bestimmt wurde. Vielmehr waren sie ein Vorbild im Leiden und der Geduld. Anstatt sich in das fatale Selbstmitleid zu stürzen, vertrauten sie Gott und seinen Verheißungen.

Als weiteres Beispiel führt Jakobus Hiob auf, der allen Grund gehabt hätte, sich der Gruppendynamik zu ergeben und seinen beiden Gesprächspartnern gegenüber sein Leid zu klagen und Gott und die Mitmenschen zu verfluchen. Stattdessen vertraute auch er auf Gott und ließ nicht zu, dass ihn die Hoffnungslosigkeit und der Unglauben übermannte. Gemeinschaften können eine Spirale des Negativen, des Unglaubens, des Haderns oder der Rebellion in Gang setzen oder das Gegenteil: Glauben, Liebe, Kraft, Vertrauen und Mut. Wir sind berufen, mit ersterem zu brechen und letzteres zu sein, eine Gemeinschaft des positiven und glaubenden Denkens und Redens! Dabei brauchen wir die gegenseitige Ermahnung und Ermutigung. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott voll innigen Mitgefühls und Barmherzigkeit ist und uns an sein verheißenes Ziel führt. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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