»Nun also, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen – die ihr nicht wisst, wie es morgen um euer Leben stehen wird; denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet …« (Jakobus 4,13-14)
Das Wesen dieser Welt fördert den Individualismus, die Selbstentfaltung und die Freizügigkeit. Jeder möchte Herr seines eigenen Lebens sein und frei bestimmen können, wie das eigene Leben gestaltet wird. Der heutige Andachtstext geht genau auf dieses Wesensmerkmal der Welt ein und fordert uns auf, anders zu sein. Die Welt legt Wert auf die Betonung und Hervorhebung der Individualität und der Selbstbezogenheit. Der Mensch an sich ist demnach das Maß aller Dinge und die persönlichen Lebensmodelle haben absoluten Vorrang vor allen Ansprüchen objektiver Wahrheiten oder Werte. Im Mittelpunkt stehen dabei die individuellen Lebenskonzepte, jeder soll nach seiner Facón selig werden.
Die Welt macht den Menschen zum Maß aller Dinge, zumindest dem äußeren Anschein nach, denn in Wirklichkeit ist der Mensch in der Welt nicht Maß aller Dinge, sondern vielmehr Knecht und Büttel des Wesens dieser Welt. Wie die alten Puritaner zu sagen pflegten, ist der Mensch dieser Welt in seinem sündhaften Wesen depriviert und nicht mehr in der Lage, das Leben zu führen, zu dem Gott ihn einst bestimmt hat. Das Wesen dieser Welt ist das Wesen der Lüge des Satans, dass der Mensch sich an Gottes Stelle setzen kann, so sein kann wie Gott. Der Mensch erhebt sich dabei über Gott und ohne es zu wissen oder zu merken, überhebt sich der Mensch dabei und leidet Schaden an der Seele.
Als Christen müssen wir beachten, dass wir nicht frei von den Einflüssen des Wesens dieser Welt sind. Der Feind macht vor den Toren der Gemeinde nicht halt, sondern versucht vielmehr uns täglich in seinem Sinne zu beeinflussen. Ziel ist dabei immer, dass nicht Gottes Pläne und sein Wille im Mittelpunkt unserer Betrachtungen stehen, sondern unsere eigenen Pläne und unser eigener Wille. Unsere sündhafte Natur, der Stolz und die Selbstüberschätzung verführen uns dazu, eine Mentalität einzunehmen, die uns sagen lässt: „Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen …“ Nicht selten lassen wir uns einnehmen von dem Wesen dieser Welt und beginnen große Pläne zu schmieden und Sehnsüchten und Interessen nachzugehen, ohne nach Gottes Willen zu fragen und ohne sein Königreich und seine Gerechtigkeit an die erste Stelle zu setzen.
Wir vergessen dabei, dass es die Lüge des Satans ist, dass wir aus uns selbst heraus unbegrenzte Möglichkeiten haben und ein Leben führen können, als wenn es „kein Morgen gäbe“. Wir erleiden die für die Welt übliche Selbstüberschätzung, anstatt uns unter die mächtige Hand Gottes zu demütigen und uns von ihm abhängig zu machen. Wichtig ist, dass wir eine solche Mentalität entlarven oder den Geist bitten, sie bei uns zu entlarven und Jesus zu bitten, uns ihm ähnlicher zu machen. Wir wissen nicht, wie es morgen um unser Leben steht, aber wir wissen, dass unsere Zeit in Gottes Hand ist. Die Mentalität des Königreiches, das bedingungslose Vertrauen in Gott, befreit uns von der Hektik, dem Stress und dem Druck dieser Welt und schenkt uns einen Frieden und eine Freude in und an Gott, die uns die Welt nicht geben kann.
Als Kinder Gottes sind wir nicht getrieben, sondern geführt vom Heiligen Geist. Wir handeln nicht um Frieden, Freude und Gewinn zu erhaschen, sondern wir handeln, weil wir in Christus all dies sowie den ganzen Reichtum Gottes bereits erhalten haben und bringen Frucht wie ein Baum, in Ruhe, stetig und in Christus verwurzelt. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Druck, Freude, Individualität, Selbstentfaltung, Selbstüberschätzung, Stress, Wesen der Welt
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