»Ebenso aber beflecken auch diese als Träumende das Fleisch, die Herrschaft aber verachten sie, Herrlichkeiten aber lästern sie. Michael aber, der Erzengel, wagte nicht, als er mit dem Teufel stritt und Wortwechsel um den Leib Moses hatte, ein lästerndes Urteil zu fällen, sondern sprach: Der Herr schelte dich!« (Judas 1,8-9)
Der Brief des Judas ist ein Brief über die Heiligkeit Gottes und über die Ehrfurcht vor ihm. Judas warnt die Leser seines Briefes – und damit auch uns – davor, die Heiligkeit Gottes und damit einhergehend die geistliche Welt zu unterschätzen. Es gibt eine unmittelbare kausale Verbindung zwischen der unsichtbaren und der sichtbaren Welt, all unser Denken, Fühlen und Handeln wird von der unsichtbaren Welt beeinflusst und beeinflusst auch umgekehrt die unsichtbare Welt.
Es gibt den allmächtigen, allwissenden und ewigen Gott der Ewigkeit, der alle Heiligkeit und alle Herrlichkeit in sich vereint. Es gibt seine herrlichen Engel, von denen einige in der Hierarchie der Engel besondere Positionen aufweisen und die in besonderer Art und Weise die Herrlichkeit Gottes widerspiegeln. Es gibt Mächte und Gewalten der Finsternis, gefallene Engel, die in der Rebellion und dem Ungehorsam der Menschen unter dem Himmel wirksam sind. Manche Christen sind sich der geistlichen Dimension nicht bewusst oder unterschätzen diese in ihrem Denken und Handeln maßgeblich. Manche überheben sich sogar und nehmen die Macht der Finsternis auf die leichte Schulter und spielen dabei mit dem Feuer der Sünde und des Verderbens.
Bei dem Erzengel Michael handelt es sich um einen der wichtigsten und mächtigsten Engel der Himmelswelt und Judas schildert uns von einem Streit zwischen dem Satan und dem Erzengel Michael, der sich trotz seiner Macht nicht verleiten ließ, den Satan zu unterschätzen oder hochmütig zu werden. Michael vertraute in der Auseinandersetzung nicht seiner eigenen Macht und Kraft und wurde nicht von Stolz und Überheblichkeit geleitet, sondern vielmehr vertraute er auf die Macht und Autorität des Herrn, als er sagte: „Der Herr schelte dich!“.
Die Sünde und die dämonischen Mächte wirken Hand in Hand, sie sind eine unheilvolle Allianz mit dem Ziel, den Menschen zu zerstören. Wenn wir mutwillig sündigen, sind wir nicht nur dem Willen Gottes gegenüber ungehorsam und betrüben den Heiligen Geist, sondern wir öffnen uns dabei noch dem Wirken der Mächte der Finsternis. Wenn die Sünde erst einmal eine Gewohnheit geworden ist, wächst die Begierde immer mehr und die Hemmschwellen sinken. Die Sünde sucht nach Anknüpfungen in unserem Herzen und schafft dort dämonische Bindungen und legt Ketten, von denen wir uns nicht so ohne weiteres lösen können. Es entstehen Abhängigkeiten, Bindungen und Süchte, die uns beherrschen. Als Beispiele können die Pornographiesucht, die Alkoholsucht, die Spielsucht etc. genannt werden.
Wir dürfen die Sünde und die Mächte der Finsternis nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern müssen uns vielmehr immer dem Schutz des Blutes Jesu anvertrauen, die geistliche Waffenrüstung (Epheser 6) tragen, geistlich wachsam sein, in Christus und seinem Wort verwurzelt und dem Heiligen Geist gegenüber gehorsam sein. Wir dürfen uns nicht Einflüssen aussetzen, durch die wir dämonische Bindungen erhalten, sondern diese vielmehr in unserem Leben aufdecken und aufheben. Wir dürfen stark sein, in der Macht seiner Stärke und in Christi Licht wandeln, damit wir die Werke der Finsternis nicht vollbringen sondern zerstören. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: dämonische Bindungen, Engel, Gewohnheit, Heiligkeit, Mächte der Finsternis, Sünde, unsichtbare Welt, Waffenrüstung
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