»Und habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß! Denn was heimlich von ihnen geschieht, ist selbst zu sagen schändlich. Alles aber, was bloßgestellt wird, das wird durchs Licht offenbar …« (Epheser 5,11-13)
Als Christen sind wir Gerechte und Sünder zugleich, wie es Martin Luther sagt. Dieser Umstand führt dazu, dass unsere Nachfolge damit steht und fällt, wie wir mit der Macht der Sünde in unserem Leben umgehen. Wie wir wissen, ist die Herrschaft der Sünde, d. h. das legitime Recht der Sünde über uns gebrochen und wir sind ihr nicht mehr hilflos ausgeliefert. Dennoch ist die Macht der Sünde immer noch sehr groß und wir brauchen die Leitung des Heiligen Geistes und die Weisheit Gottes, in der richtigen Art und Weise mit der Sünde umzugehen. Zu den grundlegenden Prinzipien im Umgang oder besser gesagt im Krieg gegen die Sünde gehört es, sie aufzudecken und an das Licht zu bringen.
Der Satan, seine Lüge und die Macht der Sünde entfalten ihre Wirksamkeit am Besten im Verborgenen. Das Ziel des Satans ist es, unsere Beziehung zu Gott, dem Vater, zu zerstören und sein wirksames Mittel dafür ist, zunächst den Menschen zur Sünde zu verführen und dann durch Scham und Anklage zu bewirken, dass der Mensch sich von Gott distanziert. Genauso ist es mit Adam und Eva geschehen, durch ihren Ungehorsam wurde ihr Herz mit Scham erfüllt. Die Scham und Furcht wiederum führten dazu, dass sich Adam und Eva vor Gott versteckten und sich vor ihm verborgen hielten. Als Gott sah, dass Adam und Eva sich vor ihm versteckten, wusste er sofort, was geschehen war. Die Taktik des Satans war aufgegangen!
Obwohl die damals errungene Knechtschaft der Sünde am Kreuz von Golgatha beendet wurde, ist die Taktik des Feindes die gleiche geblieben. Er versucht, uns zur Sünde zu verführen und erfüllt dann unser Herz mit Anklage, Scham und Furcht durch seine Lügen. Wir schämen oder fürchten uns in Gottes Gegenwart zu treten und werden gerade dadurch nur noch abhängiger von der Sünde! Wir scheuen uns, die Sünde vor Gott oder den Menschen zu bekennen, obwohl dies uns von der Bindung befreien und nachhaltige Erneuerung ermöglichen würde. Wenn wir die Sünden in uns verbergen, werden wir von dem Satan erpressbar. Unser innerer Widerstand gegen die Sünde wird durch seine beständige Anklage schwächer und schwächer, bis zu dem Punkt, an dem wir den Kampf gegen die Sünde gänzlich aufgeben.
Schlimmstenfalls beginnen wir, uns mit der Sünde eins zu machen, d. h. wie ein durch einen stetigen Tropfen ausgehöhlten Stein verfügen wir nur noch über ein ausgehöhltes Gewissen und spüren immer weniger Scham und Zerbrochenheit über die Sünde. Sie wird uns mehr und mehr zur Gewohnheit und zu einem Teil der Persönlichkeit. Irgendwann sind wir so sehr eins mit unserer Sünde, dass wir uns nicht einmal mehr scheuen, die Sünde frei und offen auszuleben, verteidigen unser Verhalten und weisen jegliche Ermahnung zurück. Wir haben von diesem Augenblick an Gemeinschaft mit der Sünde und der Finsternis und diese Partnerschaft wird unserem inneren Menschen zum Verhängnis.
Wir müssen daher beständig darum bemüht sein, alle Sünde, alle verborgene Finsternis, alle im Geheimen verborgenen Sünden ans Licht zu bringen und zu verdammen. Wir müssen der Sünde beständig den Krieg erklären und dürfen niemals zulassen, dass wir bestimmte Sünden verheimlichen, so dass sie so
a. zur Gewohnheit,
b. zu einem festen Part unseres Handlungsmusters und schließlich
c. zu einem Ausdruck unserer Persönlichkeit werden.
Dabei müssen wir bereits bei der Begierde beginnen, nicht erst bei der vollzogenen Sünde, denn:
„Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“ (Jakobus 1,14-15)
Die Begierde bringt die Sünde und diese wiederum den Tod hervor. Um diesen Teufelskreis zu entkommen, ist es also wichtig, dass wir beständig die verborgenen Sünden und Lüste bekennen.
Dies tun wir vor Gott, aber auch voreinander innerhalb der christlichen Gemeinschaft. Immer wieder werden wir ermutigt, uns einander(!) unsere Sünden zu bekennen, einander Vergebung der Sünden zuzusprechen und für einander zu beten. Wenn wir uns angewöhnen, Lüste, Begierden und Sünden frühzeitig einander offen zu legen, werden wir erleben, wie wirksam dieses gegen die wuchernde Macht der Sünde ist. Die Macht der Anklage, Scham und Hilflosigkeit werden von uns weichen und der Teufelskreis durchbrochen. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Anklage, Begierde, Gemeinschaft, Gewohnheit, Heiliger Geist, Licht, Macht der Sünde, Scham, Sünde, Sünde bekennen
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