»… denn alles, was offenbar wird, ist Licht. Deshalb heißt es: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten!, und der Christus wird dir aufleuchten!“ Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise! Kauft die rechte Zeit aus! Denn die Tage sind böse.« (Epheser 5,14-16)
Die Kapitel 5 und 6 des Epheserbriefes dienen dazu, uns zu lehren, wie wir im tagtäglichen Kampf gegen das Böse das Feld behalten können. Wir haben bereits über die verschiedenen Taktiken des Feindes gehört, von der Lüge, der Versuchung, der Anklage, der Scham, der Furcht sowie der Trennung des Menschen von Gott. Eine weitere Taktik besteht darin, die Christen „einzunebeln“, das heißt, sie davon abzuhalten, wirklich aus der Auferstehungsmacht Gottes zu leben, die Fülle in Christus in Anspruch zu nehmen und von der Liebe des Vaters erfüllt zu sein.
Diese Taktik versucht der Feind bei den einzelnen Christen, aber auch beim Leib Christi insgesamt umzusetzen, d. h. er verfolgt das Ziel, die Gemeinden zu lähmen, zu schwächen und die Wirksamkeit zu schmälern, zu begrenzen oder auszuschalten. Wir sind dazu bestimmt, unser Leben, unseren Alltag aus der Begegnung mit Gott heraus zu gestalten und seine lebensspendende Macht und Kraft des Geistes zu erfahren. Wir müssen es zulassen, dass alle Bereiche unseres inneren Menschen vom Geist Gottes belebt werden und alle Trägheit, Faulheit, Lauheit und Bosheit von uns weicht!
Was vielen Christen nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass die Auferstehungsmacht Christi uns nicht nur eines Tages faktisch von den Toten auferwecken wird, sondern vielmehr schon heute in uns wirksam ist, indem wir alle Bereiche unseres geistlichen Menschen, der aufgrund der Sünde und der Trennung von Gott noch „brachliegt“, aktivieren und dadurch ein geistliches Leben in Fülle hervorrufen. Christus ist das Licht, das alle übrig gebliebene Finsternis in unserem Herzen ausräumt und uns aus dem Zustand des geistlichen Todes oder Schlafes erweckt. Erweckung beginnt in unserem Herzen!
Ein geistlich-schöpferisches Leben ist ein Leben der „Produktivität“, d. h. es bringt geistliche Früchte und Werke hervor, durch die der Vater im Himmel gepriesen wird. Zu diesen Werken – oder besser gesagt, als Grundvoraussetzung für diese Werke und ein fruchtbares Leben – zählt der Umgang mit unserer Zeit. Wir sollen sorgfältig wandeln und die Zeit auskaufen, d. h. wir sollen konkret jede Minute unseres Tages, jeden Tag unserer Woche von dem Heiligen Geist geleitet werden! Wir brauchen die Weisheit Gottes, die uns durch den Heiligen Geist zuteil wird, um unsere Zeit sinnvoll zu nutzen. Sinnvoll im Sinne von: „Was ist der Wille Gottes für diese Zeit?“ und „Wie kann ich diesen Tag oder diese Stunde so nutzen, dass Gott die Ehre zuteil wird?“
Ein schöpferisches Leben in Fülle entspringt immer aus der Nähe zu Gott, aus der Zeit, die wir mit ihm verbringen. Wenn wir Gottes Nähe im Gebet und in seinem Wort suchen, wird daraus die Weisheit erwachsen, auch den Rest des Tages in seinem Sinne und weiterhin aus seiner Nähe heraus zu leben und zu gestalten. Dabei reflektieren wir beständig, wo unser Geist träge, lau oder müde geworden ist und lassen uns immer wieder neu vom Geist entfachen. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Faulheit, fruchtbar, Produktivität, Trägheit, Weisheit, Zeit
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