Unsere ureigenste Bestimmung


»Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist …« (Philipper 2,5-7)

Während ich die Worte der heutigen Bibelstelle las, spürte ich eine Woge der Klarheit und Freude über mich hinweg brechen, denn meinem Herzen wurde ganz neu bewusst, welchen Weg Jesus Christus für mich persönlich zurückgelegt hat. Jesus war bereit, seine Göttlichkeit und seine vollkommene Einheit mit dem Vater zurückzulassen, um so zu werden wie wir! Dabei war Jesus von der Wahrheit bestimmt, dass die Menschen verloren gehen, wenn er nicht bereit wäre, diesen Schritt zu tun. Er war und ist von der Vision bestimmt, eine Schar von Völkern und Nationen am Ende der Zeiten vor dem Vater versammelt zu sehen. Eine unzählbare Schar von Menschen, die erkauft sein würden, nicht mit Silber oder Gold, sondern mit seinem Blut. Christus war von dem Willen bestimmt, seinem Vater im Himmel voll und ganz gehorsam zu sein in diesem Auftrag, die Menschheit zu erretten.

Diese Wahrheit, diese Vision und dieser Wille ermöglichten es Jesus, sich selbst zu nichts zu machen, damit wir alles sein würden in ihm. Das Fundament dieses Willens war seine grenzenlose und bedingungslose Liebe zu Gott dem Vater auf der einen Seite und zu jedem Einzelnen von uns auf der anderen Seite. Jesus machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an. Er selbst, der König aller Könige wurde ein Diener, er diente uns mit seinem Leben und er diente uns mit seinem Tod. Er investierte sich vollkommen darin, uns vollkommen zu machen. Diese Vollkommenheit für uns konnte er nur erreichen, indem er in diese unvollkommene Welt kam, zu uns unvollkommenen Menschen. Er wurde den Menschen gleich. Hierin liegt die Woge der Klarheit, die mich heute Morgen „überkommen“ hat.

Jesus war bereit, als Licht der Welt in die Finsternis zu kommen. Dies war nicht nur sein Auftrag, sondern entsprach der Natur seines Wesens, denn Licht ist da, um die Finsternis zu erhellen. Es war quasi die Essenz seines Wesens und seines Lebens, dass er zu uns kam, um uns zu befreien. Dies ist eine Seite der Klarheit, die andere Seite ist, dass auch wir als Kinder Gottes Licht sind und auch wir von unserem ganzen Wesen her dazu bestimmt sind, Licht in die Finsternis zu bringen und Menschen frei zu setzen. Wenn wir unser Tagewerk beginnen, dürfen wir uns neu darüber bewusst werden, dass es unsere ureigenste Bestimmung ist, zu den Menschen zu gehen, bei ihnen zu sein und ihnen gleich zu werden, in dem Sinne, dass wir uns von Herzen mit ihnen identifizieren und ihren Nöten und Ängsten begegnen können. Sind wir wie Paulus bereit, dem Juden ein Jude, dem Griechen ein Grieche etc. zu werden, nur um möglichst viele für Christus zu gewinnen?

Welche Barrieren (z. B. Stolz, Angst, Scham, Überheblichkeit, Gleichgültigkeit, Eigennutz) hindern uns, wie Christus zu den Menschen zu gehen, einer der ihren zu werden, sie zu lieben und ihnen zu dienen? In der gestrigen Lehre ging es mehr um die Beziehung zwischen Christen untereinander, aber heute können wir die Merkmale der geistlichen Gemeinschaft auf diejenigen beziehen, die Christus noch nicht kennen: Bin ich von der Wahrheit bestimmt, dass Menschen ohne Christus verloren gehen? Ist es meine Vision und Leidenschaft, zu sehen wie Menschen errettet werden? Habe ich den Willen, Christus in dem Missionsbefehl gehorsam zu sein? Haben wir diese Gesinnung wie Christus? Er lebt in uns und wirkt durch uns. Wir dürfen ihn bitten, uns mehr und mehr seine Gesinnung zu schenken. Amen.


Autor: Robin J. Malloy

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