»So ist es für mich recht, dass ich dies im Blick auf euch alle denke, weil ich euch im Herzen habe …« (Philipper 1,7)
Zwei wichtige Aspekte in Bezug zu christlicher Gemeinschaft werden mir im ersten Teil der heutigen Bibelstelle deutlich: der Blickwinkel und die Gedanken. Durch meine berufliche Arbeit als Coach ist es mir besonders wichtig darüber nachzudenken, was unsere Wahrnehmung von anderen sowie von Situationen bestimmt. Unsere Umwelt – so wie wir sie wahrnehmen – stellt ja nicht ein objektives Abbild, sondern ein subjektiv geprägtes Abbild dar. Wir interpretieren alles, was wir wahrnehmen in subjektiver und ganz individueller Art und Weise.
Wie wir unsere Umwelt wiederum interpretieren, ist abhängig davon, welche Prinzipien, Paradigmen und Anschauungen unser Denken prägen. Unser Weltbild, unser Glaube und unsere Einstellungen prägen sehr maßgeblich unsere Interpretation der Dinge und Beziehungen. Daher ist es wichtig, die eigenen Interpretationen immer wieder selbstkritisch zu reflektieren und zu hinterfragen. Neben den Gedankengebäuden spielt dann, wenn wir ein solches Gedankengebäude als falsch erkannt haben, unser Wille eine große Rolle. Zunächst einmal müssen wir eine selbstkritische Reflexion wollen, dann müssen wir ggf. noch eine Veränderung unseres Denkens nach Gottes Maßstäben anstreben.
Wollen wir unser Denken und somit unsere Interpretation unserer Beziehungen und Situationen von Gott und seinem Wort verändern lassen? Wollen wir die Gedanken Gottes und damit den Blick Gottes erhalten? Eine weitere Ebene, welche unsere Wahrnehmung prägt, sind unsere Emotionen. Wenn unsere Emotionen von Verletzungen, Scham und Angst bestimmt werden, so werden diese Emotionen all unsere Wahrnehmungen negativ beeinflussen. Wenn die Liebe Gottes unsere Emotionen bestimmt, werden wir dadurch eine neue Wahrnehmung, einen neuen Blick erhalten. Auch im Hinblick auf unsere Emotionen spielt der Wille eine große Rolle. Wollen wir von Gottes Liebe bestimmt sein?
Was hat all dies mit dem ersten Teil der Bibelstelle zu tun? Die Gedanken von Paulus gegenüber den Philippern sind von Dankbarkeit geprägt und deshalb erachtet er diese Gedanken für recht. Seine guten Gedanken geben ihm Gottes Blick auf die Philipper. Darüber hinaus trägt er die Philipper in seinem Herzen, das bedeutet, dass sein Herz von Gottes Liebe für die Mitchristen in Philippi bestimmt ist. Wenn wir uns den o. g. Vers genau anschauen, gibt es sogar eine Reihenfolge: Weil Paulus die Philipper in seinem Herzen trägt, hat er die rechten Gedanken und den rechten Blick (Wahrnehmung). Wir dürfen wollen und beten, dass unsere Wahrnehmung und unsere Gedanken über Menschen von Gottes Liebe bestimmt sind. Amen.
Autor: Robin J. Malloy
Schlagworte: Emotionen, Gedanken, Gedankengebäude, Reflexion, Wahrnehmung
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